Landwirtschaftsoberrat Ludwig Friedrich blickte zunächst auf das Wetter im vergangenen Jahr zurück: „Die Wetterstation in Lautrach vermeldete ein trockenes Frühjahr, das dem Maisauflauf Probleme bereitete“, so Friedrich.
Als Feldaufgang oder Auflauf bezeichnet man in der Landwirtschaft das Verhältnis der jungen Nutzpflanzen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt die Acker-Krume durchstoßen haben, zur Gesamtzahl der zuvor ausgesäten Samen.
Nach zunächst mildem Wetter habe es im Juli einen Rückschlag mit kalten Temperaturen gegeben, sodass die Getreideernte in Gefahr gewesen sei. „Doch der August hat entschädigt“, sagte Friedrich.
Auf 36 Prozent der Ackerfläche in Schwaben wachse Mais. Damit habe dieser „eine bedeutende Position“, so Sabine Braun vom „Fachzentrum Pflanzenbau“ in Augsburg. Die „Vermaisung“ der Landschaft sollte emotionslos gesehen werden, meinte Friedrich.
Der Maisanbau habe im Unterallgäu seit seinem Tiefstand im Jahr 2001 stark zugenommen – von 6000 auf derzeit rund 13 000 Hektar. Dennoch mache die Maisfläche im Landkreis nur rund 20 Prozent von insgesamt 75 000 Hektar Landwirtschaftsfläche aus. Laut Friedrich habe der Ertrag beim Grünland stark unter einer Mäuseplage gelitten.
Die neuesten Ergebnisse im Pflanzenbereich stellte Manfred Faber vom „Fachzentrum Pflanzenbau“ aus Augsburg vor. Je mehr Mais angebaut wird, desto mehr „Schadbringer“ gebe es, so Faber. Gefahrenquellen seien der Drahtwurm (Schnellkäfer), Maiszünsler und auch der Maiswurzelbohrer.
Laut Martina Schamberger vom Ludwigshafener Chemiekonzern BASF sind die Niederschlagsmengen im Unterallgäu sehr hoch. Damit seien die Getreidepflanzen anfällig für Pilze. Erhebungen hätten ergeben, dass 15 von 71 Proben die „Schadschwellen“ überschritten hätten. Nach Behandlung mit entsprechenden Fungiziden sei der Ertrag gestiegen.
Stress durch Trockenheit oder Nässe
„Die Bodenuntersuchung alle sechs Jahre ist Grundlage für einen guten Pflanzenbau“, sagte Anton Glogger-Hönle von der Erzeugerring-Beratung. Wenn auf Flächen Bodenverdichtungen sowie Stress durch Trockenheit oder Nässe vorhanden sind, könne ein Nährstoffmangel bei Pflanzen leichter auftreten.