Nun äußerte sich Geobiologe Wolfgang Jogschies aus Wildpoldsried in einem sehr gut besuchten Vortrag im Gasthof «Mohren» zur komplexen Materie «Elektrosmog».
Sachlich gab der Referent einen umfassenden Einblick in den Stand der Forschung und stellte die widersprüchlichen Ergebnisse der von Handyherstellern in Auftrag gegebenen Gutachten den Positionen unabhängiger Wissenschaftler europäischer und internationaler Institutionen gegenüber. Die tatsächlichen Langzeitfolgen permanenter elektromagnetischer Strahlung für den menschlichen Organismus seien nämlich noch nicht bekannt und auch nicht mit letzter Sicherheit abzusehen.
Zu denken geben allerdings Grafiken, so der Referent, die parallel zur flächendeckenden Ausbreitung elektromagnetischer Felder durch Mobilfunk einen steilen Anstieg von Kurven verzeichnen, mit denen die Zunahme bestimmter körperlicher Störungen markiert werden: Schlafprobleme, Konzentrationsschwäche besonders bei Kindern, Bluthochdruck, Tinnitus - bis hin zu vermehrten Gehirntumoren.
Rat des Fachmanns: Keine schnurlosen Telefone
In einem hoch technisierten Industriestandort wie Deutschland aber würden die Indizien einer gefährlichen Entwicklung mit eventuell katastrophalen Langzeitfolgen ganz verschwiegen oder so gut wie möglich unterdrückt.
So laute die offizielle Botschaft der Hersteller, dass der Gebrauch von Handys ungefährlich sei, aber sie werde sofort mit dem wörtlichen Nachsatz ergänzt: «Gefahren für Kinder können nicht ausgeschlossen werden.»
Jogschies empfahl, unbedingt für einen strahlungsfreien Schlafplatz zu sorgen, auf schnurlose Telefone zu verzichten, den Handygebrauch auf das Notwendigste einzuschränken - für Kinder sollte hier ein absolutes Tabu gelten - zum Schutz gegen allzu «strahlende» Nachbarn einen speziellen abschirmenden Wandanstrich aufzutragen, kurz: die Strahlung zu minimieren. Genaue Messungen könnten am besten das vermutete Gefahrenpotential abklären.
Anstelle einer «Nacht-und Nebelaktion zur ungewollten Zwangsbestrahlung der Bürger», wie in Ottobeuren geschehen, könne jede Kommune sehr wohl für den Schutz ihrer Bewohner sorgen, indem sie offen zusammen mit ihnen Standortkonzepte für Anlagen erarbeite. Jedem stehe im Grund das gleiche Recht auf einen strahlungsfreien Lebensraum zu.
Kontakt Zum Thema «Gefahr durch Elektrosmog» formiert sich ein Arbeitskreis, der interessierten Ottobeurern offensteht. Telefon für eine Kontaktaufnahme (08332) 937 329. Das erste Treffen findet am heutigen Mittwoch, 26. November um 20 Uhr im Ratskeller am Marktplatz statt.