Das Ergebnis der Überlegungen hinsichtlich seiner weiteren Lebensplanung ist bekannt und lässt sich bei der «Bullenhitze» im mit etwa 200 Gästen gut gefüllten Antoniersaal begutachten: Mit eloquent kommentierten Beobachtungen aus dem Alltag eines Cops unterhält der «44-er» (eine Anspielung auf die alte Postleitzahl von Berlin-Neukölln: «1000 Berlin 44») und verweist nach den ersten üppigen Lachern vorsorglich und mit gespieltem Unverständnis darauf, dass er sich «das alles nicht ausdenkt».
Alle bekommen ihr Fett weg
Zum Beispiel wenn er als «Super-Nanno» in der U-Bahn «schwerst pubertierende Girlies bei der Klassenfahrt» zur Räson zu bringt: «Handy abnehmen, ausschalten, dreimal den falschen Code eingeben - dann der überforderten Lehrerin in die Hand drücken!»
Ob Fußball-Hooligans in ihrem Imponiergehabe, «aufgebrezelte Schicki-Micki-Tussen», die im Zeitlupentempo über den Crosstrainer schleichen, oder die Einparker beim Autoscooter - alle bekommen ihr Fett weg.
Und zwar größtenteils «politisch unkorrekt»: Topal sinniert darüber, warum den Mercedes ein Stern ziert und nicht «bei all den Gastarbeitern» ein türkischer Halbmond. Auch über ein orientalisches Tabu-Thema referiert der Mann mit der Charakterglatze: türkische Schwule. Aber Topal darf das. Denn er besitzt selbst - um das einmal politisch korrekt auszudrücken - «orientalischen Migrationshintergrund». Und für ihn stellt sich nicht mehr die Frage «integrierst du noch oder assimilierst du schon?»
Großartig auch, wie Topal die verschiedenen Motto-Partys durch den Kakao zieht und mit einem zünftigen Tanzverhalten visualisiert: Techno, Ü-30-Schlager, Black Music, Heavy Metal, Punk-Pogo. Oder das Herumgehampel unter der neudeutschen Überschrift «Clowning and Krumping»: «Das gibt es wirklich - googeln Sie mal! Ich denke mir das alles wirklich nicht aus!»
Selbst technische Probleme (vor allem nach der Pause) bringen den «Beverley Hills Cop aus Kreuzberg» nicht aus der Fassung: Spielend überbrückt er die Schwierigkeiten und betont dabei, dass «der da auf der Bühne auch Spaß hat an der Vorstellung».
«Immer so viel Schreiberei»
Ein Spaß, der sich auf das Publikum überträgt und das mit der Gewissheit den Heimweg antritt, dass auch Polizisten im Dienst nur Menschen sind und genauso ihr Päckchen zu tragen haben: «Wohnungstüren eintreten - das ist immer so viel Schreiberei!» Hier in Memmingen rannte der sympathische Berliner mit seiner aus dem Leben gegriffenen Situationskomik jedenfalls offene Scheunentore ein