Fest steht indes, dass die Stadt Memmingen das in den Jahren 1963 und 64 errichtete und seit Mai 2007 nicht mehr von der LEW genutzte Haus nicht kaufen wird. «Wir sind an die Stadt herangetreten und haben über einen Verkauf gesprochen», erläutert Butters, «die Gespräche haben aber kein konkretes Ergebnis erbracht.»
Das bestätigt Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger: «Wir haben das Angebot der LEW geprüft. Aber es hat sich für uns kein Bedarf ergeben.» Daraufhin hätten die LEW ihr Gebäude und das Grundstück auf dem «freien Markt angeboten», so Butters.
Er wisse nun auch noch nicht, wer das LEW-Gebäude erwerben wolle, versichert der OB. Er hoffe jedoch, dass das Gebäude «nicht auf ewig leer steht». Eine bauliche Aufwertung an dieser Stelle würde er begrüßen. Damit das Gebäude weiter genutzt werden könne, müsse es aber «bestimmt massiv umgebaut werden», ist sich der OB sicher.
Stellvertretender Heimatpfleger Günther Bayer stellte im August 2008 folgenden Vorschlag zur Diskussion (wir berichteten): «Die Stadt soll das Gebäude kaufen und abreißen. Auf dem Areal könnte ein Gedächtnis-Hain angelegt werden, der an die einstige Synagoge erinnert.»
Gedenkstein für Synagoge würdiger zur Geltung bringen
Bayer ist der Ansicht, dass der «unförmige Betonkubus an sensibler städtebaulicher Position den größten Memminger Bausünden zuzurechnen» sei. Er beeinträchtige den Blick von Westen auf die Altstadt und schiebe sich als «Klotz in die südliche Platzperspektive des Schweizerbergs». Bayer regte daher an, anstelle des LEW-Gebäudes solle dort eine «schöne Grünfläche» angelegt werden, in der der Gedenkstein für die 1938 zerstörte Synagoge «würdiger und eindrucksvoller zur Geltung» komme als in der Ecke des aktuellen Areals.
«Die Idee an sich ist gut», sagte Bürgermeisterin Claudia Knoll im August zu Bayers Vorschlag. Auch CSU-Fraktionschef Stefan Gutermann bezeichnete ihn damals als «interessanten Gedanken».
Und Werner Häring, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion, sprach von einem «reizvollen Vorschlag, über den man nachdenken sollte».
«Kein gelungenes Stück Stadtarchitektur»
Heimatpfleger Uli Braun meint, Bayers Gedanke sei «ehrenwert». Auch er findet, dass das LEW-Gebäude «kein gelungenes Stück Stadtarchitektur ist». Dennoch ist er generell der Ansicht, dass an dieser Stelle kein Loch entstehen dürfe.