Im Folgenden nun die Meinungen von MZ-Lesern. Aufgrund der Fülle an Zuschriften können wir leider nur einen Teil davon veröffentlichen:
«Die Memminger Bierwüste hätte eine Qualitäts-Brauereigaststätte bitter und ganz schnell nötig», schreibt Adolf Schneider aus Memmingen. Die Ottobeurer hätten es mit der Klosterhofbrauerei schon richtig vorgemacht. Zudem schlägt Schneider vor, in der neuen Gaststätte eine bebilderte Dokumentation über die einstige Synagoge einzurichten. Zugleich sollte ein Buch ausgelegt werden, auf dessen leeren Seiten die Gäste ihre Ideen für eine bessere Gestaltung des Platzes um den Gedenkstein formulieren könnten.
Mit Blick auf das Mahnmal kommt Peter Spitz der Jahrmarkt in den Sinn, der auch in unmittelbarer Nähe des Gedenksteins stattfindet. «Ein Rummel ist bedeutend lauter als eine Gaststätte», betont der Memminger. In seinen Augen würde ein Lokal letztlich «in keiner Weise das Andenken an die ermordeten Juden vermindern».
Walter Müller zielt bei seinen Überlegungen ebenfalls auf den Jahrmarkt ab. Seiner Ansicht nach hätte die Schnapsbude am Jahrmarkt von dieser Stelle schon längst verbannt werden müssen, wenn man jetzt eine Gaststätte im LEW-Gebäude verbieten möchte.
«Meines Erachtens», so der Memminger, «gibt es für dieses durch das LEW-Gebäude verschandelte Areal keine bessere Verwendung als die durch den Investor vorgesehene Form einer gehobenen Gastronomie». Dem Gedenken an die zerstörte Synagoge und an die ermordeten Memminger Juden würde ein Lokal aus Müllers Sicht «bestimmt nicht entgegenstehen».
In Elke Schellers Augen ist der Bereich um den Gedenkstein «recht trostlos». Sie wünscht sich «etwas mehr Leben drum herum». Dazu könne auch ein schön gestaltetes Gasthaus beitragen.
Marion Weiss rät den Memminger Stadträten, bei ihrer anstehenden Entscheidung über das Projekt «nicht so engstirnig, sondern flexibel zu sein». Denn die geplante Gastronomie schaffe ja auch Arbeitsplätze. (vog)