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Memmingen (sam) | 12.01.2012 00:00 Uhr

Kreisausschuss sagt Ja zu neuem Funk für Rettungskräfte

Gremium befürwortet 306 000 Euro teuren Ausbau – Empfang soll in weiten Teilen des Unterallgäus verbessert werden

Um die Funkversorgung von Rettungskräften im Landkreis Unterallgäu sowie der Stadt Memmingen auf sichere Beine zu stellen, hat der Kreisausschuss im Juli einstimmig dafür votiert, ein Planungsbüro mit der genauen Kostenermittlung eines sogenannten analogen Gleichwellenfunknetzes zu beauftragen.
Funkmast Diesem Auftrag ist Bernd Appel vom gleichnamigen Ingenieurbüro nachgekommen. Seine Ergebnisse präsentierte er jetzt dem Kreisausschuss, der sich letztlich einstimmig für die Einführung eines Gleichwellenfunknetzes aussprach. Die Kostenschätzung beläuft sich auf rund 306 000 Euro.

Seit etwas mehr als 30 Jahren werden die Feuerwehren und der Katastrophenschutz in Kreis und Stadt über eine Funkstation in Weiler bei Ronsberg (Ostallgäu) alarmiert. „Seither mussten Abstriche bei der Funkversorgung hingenommen werden“, hieß es im Sommer in der Sitzungsvorlage des Ausschusses.

Neue Gebäude, Aufforstungen und Bäume, die in den vergangenen Jahrzehnten um bis zu zehn Meter gewachsen seien, hätten den Empfang ständig weiter verschlechtert, erläuterte Hubert Stolp vom Landratsamt damals den Kreisräten.

Simulation an der Wand

Mittels Beamer warf Appel in der jetzigen Sitzung eine sogenannte „Funk-Ausleuchtungssimulation“ an die Wand. Diese zeigte, wie der Landkreis bisher über Funk versorgt ist: In der Mitte waren einige gelbe Flecken zu sehen, drum herum etwas Hellblau, das zu den Rändern hin in dunkleres Blau und schließlich tiefrote und schwarze Flecken überging.

Und genau diese dunklen Flecken sind das Problem: Sie zeigen die Stellen im Landkreis, an denen die Funkversorgung für Rettungskräfte alles andere als optimal ist. Rund 60 Prozent des Unterallgäus seien betroffen.

In vielen Teilen des Landkreises sei die Funkverbindung inzwischen so schlecht, dass einzelne Funksprüche gar nicht oder nur schwer verständlich bei den Feuerwehren ankommen, so Appel. Um die Zeit bis zur Einführung des Digitalfunks zu überbrücken, sollen nun mehrere neue Funkstationen aufgebaut werden. Großteils werden bestehende Funkmasten genutzt.

Durch die gefundenen Standorte könne eine sehr gute bis gute Funkversorgung im Großteil des Landkreises erreicht werden, so Appel. Problematisch blieben allerdings „einige Tiefzonen“ im nord-östlichen Landkreis. Appel betonte, dass aber auch dort mit einer Verbesserung zu rechnen sei. „Kein analoges Funknetz kann eine 100-prozentige Abdeckung leisten“, so der Planer.

Zudem würde eine Versorgung auch dieser Randbereiche mit optimalen Bedingungen voraussichtlich mindestens zwei weitere Masten erfordern, was laut Sitzungsvorlage zu einer Kostensteigerung von bis zu 25 Prozent führen könnte. Stolp merkte an, dass es in diesen Bereichen bisher keine große Einsatzhäufigkeit gegeben habe. Wichtig sei es, vor allem die Haupteinsatzorte entlang den Autobahnen A 7 und A 96 abzudecken.

Mit der Stadt Memmingen wurde mündlich vereinbart, die Kosten im Verhältnis zur Einwohnerzahl aufzuteilen. Das bedeutet, dass der Kreis etwa 77 Prozent übernehmen muss, was 235 000 Euro entspricht. Um „für eventuelle weitere Zusatzkosten gewappnet zu sein“, sollen 250 000 Euro in den Haushalt eingestellt werden.



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