
Der Überschuss im Verwaltungshaushalt und damit die Zuführung zum Vermögenshaushalt beträgt mehr als eine Million Euro und liegt weit über der Mindestzuführung in Höhe von knapp 400 000 Euro. Das Haushaltsvolumen beträgt insgesamt rund 13,2 Millionen Euro.
Einen Spitzenplatz im Landkreis nimmt Bad Grönenbach demnach auch bei der Steuerkraft ein, die im Jahr 2011 erstmals knapp an die fünf Millionen Euro heranreichte. Dies entspricht rund 900 Euro pro Einwohner. Aufgrund der guten Steuereinnahmen muss der Kurort wiederum mehr als drei Millionen Euro an Umlagen abführen.
Bei der Entwicklung der Gewerbesteuer „liegen wir aktuell sogar über dem Haushaltsansatz“, so Endres. Und dies, obwohl der angepeilte Ertrag bereits um 250 000 Euro auf 2,7 Millionen Euro angehoben worden sei.
Alte Turnhalle wird saniert
Von den rund 4,5 Millionen Euro im Vermögenshaushalt werden knapp vier Millionen Euro auch tatsächlich für Investitionen aufgewendet. 1,2 Millionen Euro fließen in die Wasserversorgung und den Kanalbau – darunter der Neubau des Trinkwasserbrunnens mit 330 000 Euro und die Kanalbauarbeiten in Oberthal mit 485 000 Euro.
Die Sanierung der alten Turnhalle schlägt mit 280 000 Euro zu Buche. Für den Serpentinenweg zum Schloss sind 180 000 Euro eingestellt. Für den Breitbandausbau sind 160 000 Euro zu entrichten. Als sehr positiv stellte Endres heraus, dass die Investitionen ohne Neuverschuldung gestemmt werden könnten.
Aufgrund der guten Einnahmesituation im Vorjahr habe man die Verbindlichkeiten der Marktgemeinde erstmals seit einigen Jahren wieder um knapp 900 000 Euro auf unter sieben Millionen Euro drücken können, so Endres weiter. Im Haushaltsjahr 2012 wird der Schuldenstand bei etwa 6,9 Millionen Euro verharren.
Mit Blick auf den Kurtourismus geht Bürgermeister Bernhard Kerler davon aus, dass man sich an den bisherigen Rekordwert von 186 000 Übernachtungen annähern kann. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Franz Dorn betonte, dass man sich über die boomende Wirtschaft und die daraus resultierenden Steuereinnahmen freuen könne.
Die Verschuldung sei allerdings nur wenig gesenkt worden. Er fragte nach, ob es angesichts des derzeit niedrigen Zinsniveaus nicht sinnvoller wäre kräftig zu investieren.
„285 000 Euro Darlehenszins pro Jahr sind eine große Summe“, erklärte der CSU-Fraktionsvorsitzende Alfred Dorn und plädierte für einen kontinuierlichen Schuldenabbau.