Fichte aus eigenem Wald
Freunde, Bekannte und vor allem die Wagsberger gaben sich wochenlang beim „Fischer-Sepp“ die Klinke in die Hand, aber nicht, weil es dabei nur um den Schnapskonsum geht – alle wollen tatsächlich den Christbaum sehen. Das hat nämlich eine Bewandtnis: „Unser Baum entspricht nicht der Norm“, erklärt Gisela Fischer. Er hole immer eine Fichte aus dem eigenen Wald, erklärt der „Fischer-Sepp“. Die sei krumm und habe nur ein paar Äste, aber ein schön gewachsenes Bäumchen wäre ihm viel zu schade zum Umsägen.
Die zwei „ganz mickrigen Fichtenzweige“, die Sepp heuer geholt und in eine Wanne mit Steinen und Wasser gestellt hat, wurden mit allerlei Grünzeug „aufgefuttert“, wie er sagt: Schlehdorn, Forsythie, Buche, Birke und Eiche. Und beim genauen Betrachten des Baumes fällt auf, dass die Zweige der Fichte austreiben und Schlehe und Forsythie weiß beziehungsweise gelb blühen. Das sei noch nie vorgekommen und sei etwas ganz Außergewöhnliches, freut sich der „Fischer-Sepp“. Und weil sich „dieses Wunder“ von den abgesägten Zweigen, die austreiben, wie ein Lauffeuer in Wagsberg herumgesprochen hat, kommen auch an diesem Tag wieder zahlreiche Christbaumlober. (isi)
„Das Wunder von Wagsberg“: Der „Fischer-Sepp“ und sein Christbaum, dessen Zweige in diesem Jahr in der Wohnstube austrieben. Foto: Göppel