In seinem Vortrag „Diabetes: Nicht zuckersüß, sondern grausam“ zeichnete der Mediziner ein beängstigendes Bild von der Entwicklung dieser Stoffwechselerkrankung.
Weltweit droht ein Anstieg der Anzahl der Erkrankten
Weltweit nehme die Zuckerproblematik gewaltig zu. Schätzungen zufolge drohe ein Anstieg von 30 Millionen Diabetikern im Jahr 1985 auf 438 Millionen im Jahr 2030. Der zu Zeiten der Jäger und Sammler sinnvolle „Energiesparmodus“ durch Insulinresistenz führe in heutigen Zeiten des Überflusses und von Bewegungsmangel zu exzessiver Energiespeicherung und Übergewicht, so Schmidt.
Und dabei sei das nur die erste Computer-Generation – „die Katastrophe“ kommt nach Einschätzung des Mediziners erst noch.
Etwa ab dem 40. Lebensjahr sollte jeder seine Blutzuckerwerte messen lassen, insbesondere, wenn andere Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht oder auch Fälle in der Verwandtschaft vorlägen. Wichtig sei eine frühzeitige „gute Blutzuckereinstellung“, die noch Jahrzehnte nachwirke.
Ein nicht erkannter Diabetes zeitige dagegen erhebliche Folgeschäden bis zur Dialyse. Zum Beispiel sei das Risiko für Fußamputationen 40-mal häufiger. Neuere Erkenntnisse besagten, so Schmidt, dass Diabetes die Krebsgefahr erhöhe. Dabei wäre seiner Meinung nach eine Vorsorge oft einfach: das Gewicht reduzieren, fünfmal die Woche 30 Minuten Bewegung, Ballaststoffe in der Ernährung erhöhen und Fettanteil senken.