Wie berichtet, hatten Arbeitslose und Hartz-IV-Beraterin Heidi Lerchenmüller von Verdi die Behörde als unmenschlich und radikal bezeichnet. Die Betroffenen würden diskriminiert und erhielten so wenig Geld wie möglich. Beim ersten Vergehen sprächen die Mitarbeiter Sanktionen aus und kürzten rigoros.
Arge-Leiter Hermann Zwinger wies die Vorwürfe entschieden zurück. Seine Mitarbeiter seien gut ausgebildet und betreuten die Kunden optimal. Was Auszahlungen und Kürzungen betrifft, halte man die rechtlichen Vorgaben ein.
Die harte Kritik an der Arge hat für Aufsehen gesorgt. Das Verhältnis zwischen Betroffenen und Arge-Mitarbeitern sei belastet, so Heeb. Der Gewerkschaftsvertreter will sich nun vor Ort ein Bild machen und mit dem Arge-Personal besprechen, wie die Situation entschärft und was verbessert werden könnte. Auf jeden Fall soll der Kontakt zwischen Verdi und Arge künftig besser gepflegt werden.
Heeb sagt schon vor seinem Besuch in Mindelheim, dass er die Vorwürfe von seiner gewerkschaftlichen Mitstreiterin Lerchenmüller nicht nachvollziehen könne. «So weit ich es beurteilen kann, wird dort eine qualifizierte Arbeit geleistet und die Mitarbeiter sind in der Lage, mit Konflikten umzugehen.
» Heeb beruft sich auf Aussagen «in Kollegenkreisen». Die Aufzeichnungen von Lerchenmüller habe er nicht gelesen.
«Irgendwas stimmt nicht»
Die ehrenamtliche Verdi-Mitarbeiterin indes hält ihre Kritik aufrecht. «Es muss Probleme geben, sonst kämen die Leute nicht in solchen Mengen in die Beratung», sagt sie. Wenn zu ihrer Sprechstunde einmal pro Woche in Memmingen kaum Menschen kämen, die von der Memminger Arge betreut werden und die Hilfesuchenden «zu 99 Prozent» Mindelheimer Kunden seien, «kann irgendetwas nicht stimmen».
Lerchenmüller ist seit zwei Jahren bei Verdi für Hartz-IV-Empfänger im Allgäu zuständig und hat mit den verschiedenen Argen zu tun.
Die Unterallgäuer Arge falle negativ auf. Insgesamt, so die 59-Jährige, berate sie pro Jahr 500 bis 600 Menschen.