In der Runde herrschte Konsens, dass zunächst eine Bauvoruntersuchung in die Wege geleitet werden muss, um die Bausubstanz zu prüfen. Dadurch soll festgestellt werden, welche Gebäudeteile möglicherweise noch in Originalform existieren. Den Stein ins Rollen brachte Dr. Bernd Vollmar vom Landesamt für Denkmalpflege. «Wir wissen einfach noch zu wenig über den aktuellen Zustand des Gebäudes.» Daher sei eine vorbereitende Untersuchung als erster Schritt unverzichtbar. Das Ergebnis könnte seiner Ansicht nach bereits im Herbst dieses Jahres vorliegen.
Den Ausführungen Vollmars vorausgegangen war die Vorstellung eines vom Arbeitskreis Geschichte, Brauchtum und Kultur erarbeiteten Nutzungskonzeptes für die Synagoge, die seit 2007 wieder im Besitz der Gemeinde Fellheim ist. In dem dreigeschossigen Gebäude, das derzeit sechs Wohnungen beherbergt, soll wieder ein großer Innenraum entstehen.
«Leider existieren keine alten Pläne mehr über die Innenansichten», erklärte Christian Hermann vom Arbeitskreis Geschichte. Um die Bedeutung des Gebäudes sichtbar zu machen, sei auch eine möglichst vollständige Herstellung der einstigen Außenansicht das Ziel.
Landrat Hans-Joachim Weirather, der zu dem Treffen geladen hatte, verwies auf die Bedeutung der Synagoge und auf das «Alleinstellungsmerkmal» des Gebäudes im gesamten Allgäu. Teile des Dachstuhls seien noch in ihrer Form von 1786 erhalten. «Eine Alternative zu einem großen, zentralen Innenraum sehe ich nicht.» Die Voruntersuchung könne jedoch kein Ziel, sondern nur ein Teil des Ganzen sein.
Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert sprach von einem «Reichtum für die Denkmalpflege». Die Höhe einer möglichen Förderung sei jedoch davon abhängig, wie hochwertig die Bausubstanz ist. «Wenn alles weg ist, stellt sich die Frage ganz anders», so Reichert.
Fast alle Anwesenden, wie etwa Ministerialrat Dr. Andreas Bauer vom bayerischen Wissenschaftsministerium, der eine Voruntersuchung als «förderfähig» bezeichnete, signalisierten Interesse, sich an dem Projekt zu beteiligen. Konkrete Summen wurden an diesem Abend allerdings nicht genannt.
Kosten auf rund zwei Millionen Euro geschätzt
Eine offene Arbeitsgruppe unter Leitung von Fellheims Bürgermeister Alfred Grözinger soll das Projekt weiter koordinieren. Der Rathauschef schätzt die Gesamtkosten eines Rückbaus auf rund zwei Millionen Euro.
«Die Gemeinde allein kann dieses Projekt auf jeden Fall nicht tragen», so Grözinger. Das Treffen habe jedoch eine positive Entwicklung angestoßen.