«Der eigentliche Geiger ist kurzfristig abgesprungen, und ein befreundeter Pianist hat dem Organisator meine Telefonnummer gegeben», erklärt die 35-Jährige. Als sie dann wenig später die Noten bekam, hieß es nur noch: üben, üben, üben. Nach ihrem Live-Auftritt ging es für drei Tage in ein Tonstudio im Kleinwalsertal, um die Begleitmusik für den Heimatfilm professionell aufzunehmen.
«Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, auf dem Gipfel des Walmendinger Horns mit dem Komponisten Steve Edis und Musikern aus dem Kleinwalsertal den Film zu begleiten», so die gebürtige Kemptenerin, die an den Universitäten in Würzburg und Innsbruck Musik studiert hat. Nur ein wenig kalt sei es gewesen. Einen Stummfilm anzuschauen, der 1930 genau in dieser Region gedreht wurde, sei an sich schon etwas ganz Besonderes.
«Dazu noch selbst musizieren zu dürfen, hat das Ganze natürlich noch reizvoller gemacht.»
Auch das Zusammenspiel mit dem Ensemble im Studio habe erstaunlich gut geklappt. «Ich habe schließlich nur das Musikthema des Pianisten über Kopfhörer gehört», erklärt die Musikpädagogin. Im Mittelpunkt stand eine Zigeuner-Szene, bei der es «naturgemäß etwas temperamentvoller zugeht».
Kaum Schwierigkeiten
Schwierigkeiten, die Musik mit den Gesten der Schauspieler in Einklang zu bringen, habe sie kaum gehabt. Mit dem Endprodukt ist Pagnia zufrieden: «Die Emotionen der Darsteller in einem Film lassen sich musikalisch oft besser darstellen als ein fader Dialog.» Nun ist sie gespannt, ob der Film im Fernsehen genauso wirken wird wie damals auf dem Walmendinger Horn.
Sendetermin Der Stummfilm «Wenn die Abendglocken läuten» des Münchner Regisseurs und Schauspielers Hanns Beck-Gaden ist am Montag, 23. Februar, ab 0.45 Uhr auf Arte zu sehen.