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Marktoberdorf (spa) | 04.02.2012 00:00 Uhr

Sibirischer Wochenmarkt in Marktoberdorf

„Zwiebelsystem“ und Heizstrahler schützen die Händler vor Minusgraden - Stammgäste kommen nach wie vor zum Markt

Temperaturen von minus 15 Grad und kälter zeigte das Thermometer gestern vormittag. Es ist das erste Mal, dass in diesem Winter solch tiefe Temperaturen gemessen werden. Das hält die meisten Händler auf dem Marktoberdorfer Wochenmarkt jedoch nicht davon ab, wie gewohnt ihre Waren anzubieten.
Gemüsezelt Wochenmarkt

„Seit ich hierher komme, habe ich den Markt noch nie ausfallen lassen“, sagt Metzger Stefan Nies. Aufschneiden könne er seine Wurst heute aber nicht, „die Schneidemaschine geht nicht.“ Bei diesen Temperaturen laufe die Maschine nicht richtig, so könne er nicht vernünftig arbeiten. Die Kunden lassen sich davon nicht abhalten, sie kaufen den Schinken auch am Stück.

Mehrere Schichten Kleidung

Die Stammkunden sind der wichtigste Grund für Nies, trotz der Kälte zum Markt zu kommen. Von denen „nimmt’s auch keiner übel, wenn man mal keine Metzgerkleidung anhat“. Der Bidinger trägt Pulli, Jacke und eine Mütze, mehr braucht er trotz der Kälte nicht.

Zwar komme man bei diesem Wetter weniger mit den Leuten ins Gespräch, meint Nies. „A bissle a Späßle geht aber immer“.

Gegenüber von Nies hat der neue Verkaufswagen der Käserei Hofer bei eisigen Temperaturen Premiere. Im Innern des Wagens lasse es sich dank des Heizstrahlers gut aushalten, meint Lorenz Hofer. Die Kundschaft draußen, die dem Wind ausgesetzt ist, sei ärmer dran. Hofer trägt außerdem mehrereKleidungsschichten, er nennt das das „Zwiebelsystem“. Dazu gehört Thermounterwäsche und zwei Fleecepullis.

Für das Warenangebot von Nies und Hofer ist die Kälte wenig bedenklich. Das Fleisch bleibt kühl und auch dem Käse schaden die niedrigen Temperaturen nicht. Probieren könne er die Leute allerdings nicht lassen, meint Hofer. Dafür sei der Käse einfach zu kalt.

Ein ähnliches Problem hat man beim Gemüsehändler. Es sei wichtig, das Gemüse schnell vom Auto in den beheizten Pavillon zu bringen, meint Verkäuferin Michaela Furch. Aber auch hier gibt es Einschränkungen. „Bei unter minus 15 Grad kommen wir nicht mehr her“, meint sie. Auch sie ist im „Zwiebel-Look“ gekleidet und kommt auf fünf Schichten Kleidung – obwohl es im Zelt dank des gasbetriebenen Heizstrahlers angenehm warm ist.

Diesen Vorteil hat Emil Enzensberger nicht. Er verkauft Ziegenprodukte an seinem kleinen Stand im Freien. Den Joghurt musste er jedoch in den Kühlschrank stellen – um ihn einigermaßen warm zu halten. Doch auch Enzensberger lässt sich von der Kälte nicht beeindrucken. Schlimm wäre für ihn nur Schneetreiben oder Sturm, dann würde er nicht kommen.

Stammkunden bleiben ungerührt

Ähnlich gelassen reagierten die Marktbesucher auf den Kälteeinbruch. Das Ehepaar Unsin etwa hat seit Jahren eine feste Route auf dem Markt. Davon ließen sich die beiden auch von den niedrigen Temperaturen nicht abhalten. Sie aßen wie gewohnt Weißwürste, machten ihre Einkäufe und tranken ihren Kaffee.

Auch Winfried Holzmann zeigt sich von den Temperaturen eher unbeeindruckt. Er komme zwar nicht regelmäßig auf den Markt, aber wenn, dann lasse er sich auch von der Kälte nicht abhalten. Den Kaffee, darin ist er sich mit seiner Tochter einig, trinke man aber im Café.



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