Ein Angebot Ihrer Allgäuer Zeitung
| drucken  

Marktoberdorf (af) | 08.02.2012 00:00 Uhr

Klinikschließung - Marktoberdorfer Stadtrat stellt sich hinter Bürgerbegehren

Nur vier Gremiumsmitglieder gegen Antrag von SPD und Bayernpartei – „Wollen bessere Bedingungen“

Immer wieder war angemahnt worden, der Stadtrat solle sich vor dem Bürgerentscheid über die Zukunft der Kliniklandschaft im Ostallgäu endlich positionieren. Und immer wieder wurde die Abstimmung verschoben – bis Montag: Da entschied das Gremium mit großer Mehrheit, sich hinter das von Privatpersonen initiierte Bürgerbegehren zu stellen, das den Austritt aus dem Kommunalunternehmen (KU) fordert. Einzig die drei Vertreter der Grünen und Bürgermeister Werner Himmer (Freie Wähler) votierten dagegen.
Klinik Marktoberdorf

Gemeinsam hatten die Fraktionen von SPD und Bayernpartei den Antrag gestellt, wonach der Stadtrat endlich Farbe bekennen soll. Dem folgte eine im Grunde sachliche, nur manchmal überhitzte Diskussion. So stellte Peter Fendt (BP) heraus, der Landkreis habe beim Zusammenschluss zum KU zusätzlich zu den 50 Prozent, die er am Klinikum Kaufbeuren besessen hat, vier Krankenhäuser eingebracht und dafür trotzdem nur 50 Prozent Stimmrecht erhalten. „Wenn der Landkreis nun aus dem KU ausscheidet, kann man anschließend mit Kaufbeuren ein neues KU gründen – aber zu besseren Bedingungen.“

Diese Kerbe hatte vor ihm bereits Wolfgang Hannig (SPD) geschlagen. Die jetzige Kooperation erfolge nicht auf Augenhöhe. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens „engagieren sich für die Krankenhauslandschaft im Landkreis und nicht allein in Marktoberdorf“.

Hannig Der Aufbau der Geriatrie in Marktoberdorf sei bisher nur ein Lippenbekenntnis und das ambulante Operieren werde nicht auf die benötigten Fallzahlen kommen, sagte Eduard Gapp (CSU). Auch die CSU wolle Mehrheitsverhältnisse, die auf die Bedürfnisse von Marktoberdorf und seinem Umland Rücksicht nehmen. Marktoberdorf brauche ein Haus mit Notfallversorgung. Das Gutachten von „Pro Klinik“ zeige einen guten Weg.

Dies betonte auch Dr. Thomas Hilscher (BP). Es hätte allerdings früher kommen müssen, um für Marktoberdorf mehr zu retten. Scharf ging er mit den Initiatoren des Ratsbegehrens ins Gericht. Sie „verschwendeten“ 70 000 Euro Steuergelder anstatt ihr Anliegen auch aus eigener Tasche oder über Sponsoren zu finanzieren.

Eduard Gapp Auf Bürgermeister werde mit dem Argument Druck ausgeübt, sie könnten sich nichts mehr leisten, wenn der Landkreis aus dem KU ausschere und die Kosten tragen müsse. Ebenfalls kritisierte er den Personalrat des KU, der den Mitarbeitern empfohlen hatte, für das Ratsbegehren zu stimmen.

Auch die Freien Wähler stellten sich auf die Seite des Bürgerbegehrens, „obwohl mir manche Dinge dabei nicht passen“, wie Peter Grotz bekundete. Doch es gehe hier um Marktoberdorf und seine Bürger.

Dass bei ihren Kreistagskollegen teilweise Personen dabei seien, die sich von einer Abkehr vom KU die Rückkehr zu alter Glückseligkeit versprechen, sei enttäuschend, erklärte Clara Knestel (Grüne).

Ihr Fraktionskollege Axel Maaß ging noch weiter. Nach einem Austritt seien ein neues Management und eine neue Organisationsstruktur nötig, Ärzte seien angesichts des Mangels schwer zu werben und „wir müssen die Probleme mit Füssen allein tragen“. Den „immensen Investitionsbedarf“ dort könne der Landkreis nicht allein schultern.

Hinzu komme der Krankenhausplan. Fielen die Marktoberdorfer Planbetten heraus, blieben für vier Kliniken im Landkreis 290 übrig. Wenn Marktoberdorf dann gestärkt werden soll, müssten die anderen Kliniken Betten abgeben. Axel Maaß: „Das gibt dann eine Diskussion, gegen die ist das, was wir bisher erlebt haben, ein laues Lüftchen.“


all-in.de und RSA - Der Allgäusender berichten am kommenden Sonntag ab 17:00 live vom Bürger- und Ratsbegehren aus dem Landratsamt Marktoberdorf.



Mehr zum Thema

Beraterfirma stellt Kostenszenario für Weiternutzung der Klinik Marktoberdorf vor
Streit um Ostallgäuer Klinikauflösung geht wahrscheinlich vor Gericht
Kliniken-Petition: Medizinische Versorgung der Bürger ist nicht gefährdet
Klinikkonzept bis Mitte Juni entscheidungsreif
Landkreis Ostallgäu und Bürgerinitiative nähern sich an
Füssener Arzt mit Ostallgäuer Bürgerforum in Obergünzburg
Neuer Vorsitzender des Marktoberdorfer Krankenhaus-Fördervereins will unbequem sein
Unternehmensberatung soll Landkreis bei Krankenhäuser-Frage unterstützen
Berater soll im Mai Gutachten für vier Kreiskrankenhäuser vorlegen
Landkreis Ostallgäu engagiert Beratungsunternehmen für Kliniken
Bestandsaufnahme beim Klinikverbund Ostallgäu-Kaufbeuren
Kliniken: Bürgervotum demnächst ein Fall für die Justiz
Klage soll Klinikaustritt stoppen
Stephan Thomae setzt sich für Oberstaufener Schlossbergklinik ein
Kliniken: Verwaltungsrat braucht vor Entscheidung über Auflösung weitere Infos

Meinungen zum Thema:

Bisher sind noch keine Meinungen vorhanden...

Ihre Meinung zum Thema schreiben:

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!

benutzername passwort   neu registrieren
passwort vergessen
login merken
Untrasried kann größere Ausgaben erst wieder im nächsten Jahr tätigen

Untrasried kann größere Ausgaben erst wieder im nächsten Jahr tätigen

Untrasried „Wir kommen in diesem Jahr wieder ohne Darlehen aus“, prognostizierte Bürgermeister Alfred Wölfle in der Haushaltssitzung des Untrasrieder Gemeinderates. (15.05.2012 08:20) weiterlesen
 
Patientenarmband

Armbändchen für Sicherheit in Ostallgäuer Kliniken

Obergünzburg Neuerung an den Ostallgäuer Kliniken: Alle Patienten, die damit einverstanden sind, erhalten bei der Aufnahme ein Armband mit Klebeverschluss, das für die Zeit des gesamten Aufenthalts ihre ... (18.05.2012 08:25) weiterlesen
 
Josef Keller, Bürgermeister von Lengenwang

Mit Bewegungsmeldern will Gemeinde Lengenwang Stromkosten sparen

Lengenwang Für Bewegungsmelder, die der TSV für die Turnhalle beantragt hatte, sprach sich der Gemeinderat Lengenwang aus. (19.05.2012 07:42) weiterlesen
 

Flächenplanung: Gemeinderat Günzach behandelt zahlreiche Einwände und Anregungen

Günzach Einen neuen Flächennutzungsplan mit integriertem Landschaftsplan stellt derzeit Günzach auf die Beine, da der alte nach über 20 Jahren überholt ist. (21.05.2012 09:05) weiterlesen
 
1Seniorentanz

Marktoberdorfer Gruppe feiert Jubiläum gemeinsam mit anderen Tanzkreisen

Marktoberdorf Ja, auch nach 30 Jahren lebt der Seniorentanz in Marktoberdorf noch. Fröhlich sangen dies die Mitglieder der Seniorentanzgruppe „Herbstzeitlose“ bei ihrer Jubiläumsfeier im Pfarrheim St. (21.05.2012 09:11) weiterlesen
 

Schlagzeilen


MemmingenAmokläufer kommt in psychiatrische Betreuung
MemmingenNach Amokalarm in Memmingen: Direktor der Lindenschule im Interview
SonthofenAktion zum Thema Sicherheit im Freizeitbad Wonnemar in Sonthofen
BodenseeStartschuss für Regionenmarke „Vierländerregion Bodensee“
FüssenAugsburger Straße in Füssen gesperrt
DietmannsriedSchnelles Internet für Probstried und Schrattenbach
FüssenFahrzeug in Füssen vollkommen ausgebrannt
ImmenstadtPiratenpartei plant neue Ortsgruppe im Allgäu
Lkr. Oberallgäu / SonthofenSonthofen: Junger Mann belästigt Neunjährige
Memmingen14-jähriger Amokläufer verweigert Aussage vor Amtsgericht Memmingen
Lkr. Ostallgäu / SulzschneidVerkehrsunfall mit schwerverletztem Fußgänger in Sulzschneid
LindauEinbruchdiebstahl in Lindauer Reihenhaus
MemmingenNach Amokalarm in Memmingen: gemeinsame Erklärung der Staatsanwaltschaft und des PP Schwaben Süd/West
MemmingenZusammenfassung der Polizei zum Amoklauf in Memmingen
MemmingenPolizeieinsatz an Memminger Mittelschule - Schusswechsel nahe Sportanlage
MemmingenPolizeieinsatz an Memminger Mittelschule - Schüler mit Waffen gesehen
17:36Linkspartei blitzt auch ohne Lafontaine bei SPD ab
17:36Ernst schlägt Wagenknecht als Linke-Parteichefin in Doppelspitze vor
17:07Medien: Haushaltsausschuss will Drohnen-Etat nun doch zustimmen
17:00Union weist Zweifel an ESM-Personalstärke zurück
16:55Linkspartei: Weibliche Doppelspitze tritt für Parteivorsitz an
16:30Ramsauer nach Spitzentreffen mit Luftfahrtindustrie: Keine generelles Nachtflugverbot
14:05CSU-Innenexperte Uhl fordert schärfe Überwachung der Salafisten
13:19Gauck: Costa Rica hat Vorbildrolle in Lateinamerika

extra Reportage

Kristina Johlige Tolstoy

Das neue Kunstjahr 2012 der Galerie Arktika in Marktoberdorf wird mit der Soloausstellung einer Allgäuer Künstlerin Kristina Johlige Tolstoy eröffnet. ”Weideland” nennt die Künstlerin ihre Ausstellung mit Naturmaterialien und Objekte und Skulpturen in Weide.
weiterlesen

Vorschau Ihrer Allgäuer Zeitung von Mittwoch, 23. Mai

Lesen Sie die Seite 1, die erste Seite der Rundschau und des Lokalteils Ihrer Allgäuer Zeitung vom Mittwoch, 23. Mai
weiterlesen
 

Marktoberdorf und das Ostallgäu Heute


14:00 Uhr Flohmarkt, Flohmarkt Füssen Infos
14:00 Uhr Reiten, Kinder Rosshaupten Infos
10:00 Uhr Verschiedene Ausstellungen, Sonstiges Füssen Infos
19:00 Uhr "Konfi-Treff", Jugend Kaufbeuren Infos
09:00 Uhr Alte Postkarten , Heimatkunst Irsee Infos
DramaHalf Moon, Filmburg: 14:30 Uhr
DramaHinter der Tür, Filmburg: 20:00 Uhr
RomanzeSlumdog Millionär, Filmburg: 09:30 Uhr

allgäu weit 126 – Mai 2012

allgäu weit mai 2012

allgäu weit 125 - März/April 2012

allgäu weit 125 - März/April 2012

Kontakt

Lokalredaktion Marktoberdorf
Telefon: (08342) 9696-66  |  Fax: (08342) 9696-79
E-Mail: redaktion.marktoberdorf@azv.de
Internet: www.all-in.de/marktoberdorf
© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits

 
Allgäu Nachrichten | Allgäu und Freizeit | Kino | Community | Anzeigen | Abo Service | Kontakt
Branchenbuch | Veranstaltungen | allgäu weit | Bilder | Videos

Weitere Portale der Mediengruppe Allgäuer Zeitung:
OnlyParty.de - Party Community & Event Portal
jobs-im-allgaeu.de - Stellenangebote und Jobs aus dem Allgäu
griassdi.de - Da bin ich daheim.
AZ Druck und Datentechnik | AZ ServiceCenter Onlineshop | allgäu mail GmbH

Weitere Nachrichten aus dem Allgäu:
RSA Radio - der Allgäusender! | TV Allgäu Nachrichten
IVWDie Zugriffsmessung und Reichweitenanalyse auf all-in.de erfolgt seit 2001 unabhängig und neutral über AGOF die IVW und AGOF. Die Nutzungsdaten können online unter ivw.eu bzw. agof.de abgerufen werden.