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Marktoberdorf (Vitalis Held) | 16.05.2011 00:00 Uhr

Klinikdebatte - alle fünf Krankenhäuser bleiben erhalten

Kreistag und Bürgermeister äußern sich nach vierstündiger Sitzung

«Es kristallisiert sich heraus, dass alle fünf Krankenhäuser erhalten bleiben.» Dieses Fazit zog Landrat Johann Fleschhut nach einer gemeinsamen Sitzung der Ostallgäuer Kreisräte und Bürgermeister. Damit hält man am «Szenario C» der Unternehmensberatung Kienbaum weitgehend fest. Es sieht vor, in Kaufbeuren und Füssen die Grundversorgung abzudecken, in Buchloe (Darmzentrum) und Obergünzburg (Endoprothetik) Schwerpunkte zu setzen und in Marktoberdorf ein Zentrum für ambulantes Operieren sowie eine Geriatrie einzurichten. Denkbar scheint zudem, dass das Wundzentrum in Marktoberdorf bleibt und nicht nach Buchloe umzieht. Dann, so Fleschhut, sei für Buchloe eine Kompensation nötig.

Johann Fleschhut Mehr als vier Stunden diskutierten die Kommunalpolitiker «kontrovers und konstruktiv». Vor allem die Marktoberdorfer Kreisräte hätten dafür geworben, dass dort so viel «klassisches Krankenhaus wie möglich» erhalten bleibe, berichtete Fleschhut. Den beiden Fraktionssprechern aus Marktoberdorf (Wolfgang Hannig, SPD, und Werner Himmer, Freie Wähler) waren nach der Sitzung die Sorgen um das Marktoberdorfer Haus anzusehen. Bürgermeister Himmer betonte sein Ja zu den fünf Kliniken. Er verwies darauf, dass bis zur Entscheidung im Verwaltungsrat auch ein Vorschlag der Marktoberdorfer Ärzte und des Fördervereins geprüft werde.

Notfälle zumindest tagsüber

Hannig betonte, die SPD sei zu Veränderungen bereit. Eine gewisse Notfallversorgung, zumindest tagsüber, müsse aber in allen Häusern gewährleistet sein. Persönlich könne er nicht verstehen, dass aus Marktoberdorf alle ärztlichen Leistungsträger abgezogen werden sollen.

Anders die CSU: «Wir stehen hinter dem Konzept», sagte deren Fraktionssprecher Lars Leveringhaus. Das gelte auch für die CSU in Kaufbeuren, die - anders als die dortigen Freien Wähler - den Erhalt aller Kliniken wolle. Laut Leveringhaus sei der Verbleib des Wundzentrums in Marktoberdorf zu prüfen.

Den Grünen, so Hubert Endhardt, liege an einer hochwertigen Klinikversorgung. Es gehe aber nicht mehr um einzelne Standorte, sondern um das ganze Unternehmen. Kienbaum müsse nun die Prüfaufträge abarbeiten. Auf diese verwies auch Maximilian Hartleitner (Junges Ostallgäu). Wichtig sei, dass nicht nur die Landkreishäuser, sondern auch Kaufbeuren Einschnitte zu spüren bekommen. Prüfen müsse man, ob die Endoprothetik angesichts von vier Orthopäden in Buchloe wirklich in Obergünzburg passend sei.

Stimmen für Schließung

Dass es auch im Landkreis einzelne Stimmen gebe, die für die Schließung der Klinik Marktoberdorf eintreten, berichtete Bürgermeistersprecher Manfred Rinderle. Einer Umfrage zufolge sind seine Kollegen bereit, bis zu einen Punkt der Kreisumlage für das Defizit zu zahlen (eine Million Euro).

Fraglich sei aber, ob die vorgeschlagene Spezialisierung und Konzentration dafür ausreicht. Denn die Kienbaum-Prognose reiche nur bis 2013. Falls danach das Defizit wieder steige, so Rinderle, könnten mehr Bürgermeister von der Fünfhäusigkeit abrücken. Daher soll nun Kienbaum bis 2015 hochrechnen. Rinderle erinnerte daran, dass alle Kreisgemeinden für das Wahlversprechen, fünf Kliniken zu halten, seit 2008 sehr viel Lehrgeld - mindestens fünf Millionen Euro - gezahlt hätten.

Dass ein «weiter so» den Landkreis langfristig blockiere, verdeutlichte Fleschhut. Man müsse zügig vorankommen. Falls im Verwaltungsrat am 26. Mai Fragen offenbleiben, werde man «maximal eine oder zwei Wochen später» entscheiden. »Allgäu Rundschau




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