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Marktoberdorf (Vitalis Held) | 03.09.2011 00:00 Uhr

Marktoberdorfer konsultiert neuen Gutachter für Klinikum

Neue Expertise soll Konzept für ein Krankenhaus in Marktoberdorf klären

Die Stadt Marktoberdorf lässt ein eigenes Konzept zur künftigen Nutzung des Marktoberdorfer Krankenhauses erstellen. In Absprache mit den Fraktionssprechern im Stadtrat hat Bürgermeister Werner Himmer die Beratungsfirma «Pro-Klinik» mit einem Gutachten beauftragt. Dieses soll klären, wie das Krankenhaus fortgeführt werden kann - unabhängig von der Trägerschaft. Die Kosten, so Himmer, liegen «im unteren fünfstelligen Euro-Bereich».

Klinikstandort Marktoberdorf «Pro-Klinik» mit Sitz in Bergisch Gladbach ist laut Himmer eine sehr renommierte Beratungsfirma, die sich ausschließlich auf Kliniken spezialisiert hat. Die Experten sollen das Marktpotenzial für die Marktoberdorfer Klinik prüfen, die Struktur analysieren und die wirtschaftliche Entwicklung für die nächsten fünf Jahre prognostizieren. Himmer hofft auf eine Aussage, ob der Fortbestand des Krankenhauses wirtschaftlich vertretbar ist. Die Beratungsfirma wolle in einigen Wochen erste Ergebnisse vorlegen. Wie schnell man vorankommt, hänge davon ab, ob das Kommunalunternehmen Ostallgäu-Kaufbeuren dafür Daten zur Verfügung stellt.

Darin sieht Dr. Joachim Klasen, Vorstand der Kliniken, kein Problem. Da der Verwaltungsrat Auftraggeber des Kienbaum-Gutachtens war, müsse formal letztlich der Verwaltunsratsvorsitzende (OB Stefan Bosse) grünes Licht geben, erklärte er unserer Zeitung. Ideen für die Nutzung des Hauses Marktoberdorf seien willkommen. Laut Klasen laufen dafür im Klinikverbund intensive Gespräche. Die Kienbaum-Vertreter und der Vorstand wollen im Verwaltungsrat am 29. September ein fundiertes Konzept vorlegen. Bei den jetzigen Vorschlägen gelte es, weitere Fragen zu klären.

Mitte September soll auch ein Gespräch mit den niedergelassenen Ärzten der Kreisstadt stattfinden. Schon jetzt sei man mit den örtlichen Klinikärzten intensiv in Kontakt. Gute Chancen räumt Klasen einer geriatrischen Rehabilitation im Marktoberdorfer Klinikgebäude ein, die nach bisherigem Stand in Füssen neu gebaut werden müsste.

Diese Themen diskutiert auch eine interne Arbeitsgruppe des Klinikverbundes, die sich mit der Umsetzung des Kienbaumkonzepts befasst. Ein Arbeitskreis kümmert sich schwerpunktmäßig auch um die Belange der Marktoberdorfer Klinik. In dieser Arbeitsgruppe, so kritisiert Bürgermeister Himmer, fehle ein Vertreter der Stadt. Darauf, so Klasen, werde das Klinikunternehmen reagieren.

Neben dem Gremium, das interne Vorgänge beleuchtet, sollen in Absprache mit Landrat Fleschhut regelmäßige Gespräche mit Vertretern von Stadt und Verbänden wie dem Krankenhausförderverein oder «Mitten in Marktoberdorf» stattfinden.

Gutachten auch Grundlage für Gespräche in München

Ob bis zur Verwaltungsratssitzung schon Ergebnisse von «Pro-Klinik» vorliegen, ist laut Himmer offen. Ihm sei wichtig, dass die Stadt eine eigene, fundierte Einschätzung zur Zukunft des Hauses bekommt. Zudem bezweifelt er, dass die «geostrategische» Sicht (die Krankenhäuser an den Rändern stärken und im Zentrum weniger Kliniken) des Kienbaum-Gutachtens die einzig richtige Sichtweise ist.

Die neue Expertise sieht Himmer auch als Grundlage für ein Gespräch mit Gesundheitsminister Markus Söder oder Ministerpräsident Horst Seehofer, das die Marktoberdorfer CSU angeregt hat. Marktoberdorf zu einer rein geriatrischen Reha-Klinik zu machen, wie dies die Kreis-CSU will, ist aus Sicht Himmers zu wenig. In diesem Zusammenhang will er auch «weitere Aktionen nicht ausschließen».



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