Sprecher beider Parteien wandten sich nach dem Beschluss des Verwaltungsrates des Kommunalunternehmens Kliniken mit Pressemitteilungen an unsere Zeitung.
Man könne nur den Kopf schütteln, wenn man in der Mitte des Landkreises ein Haus schließt, «das in der Vergangenheit auf Anforderungen zur Kostenreduzierung mit Umstrukturierungen reagierte und das bei Einzelbetrachtung wirtschaftlich gesehen am besten dasteht», so CSU-Ortsvorsitzender Eduard Gapp.
Die CSU fordert die Rücknahme des Verwaltungsratsbeschlusses. Denn dieser Beschluss respektiere den Willen eines Großteils der Bevölkerung im mittleren Landkreis nicht. Wenn der Beschluss nicht zurückgenommen werde, fordert die CSU den sofortigen Ausstieg des Landkreises aus dem Kommunalunternehmen Kliniken Ostallgäu.
Das Marktoberdorfer Haus zu schließen, so die CSU Marktoberdorf, sei ureigenstes Interesse Kaufbeurer Kommunalpolitiker. Bürgermeister und Kreispolitiker, die die Schließung von Marktoberdorf mit unterstützt hätten, würden die Gefahr verkennen, dass die Umsetzung dieser Kienbaum-Empfehlung zwangsläufig zur baldigen Schließung auch der Häuser in Buchloe und Obergünzburg führen werde.
Wie die Grünen in ihrer Pressemitteilung schreiben, ist der Ortsverband «wie viele Marktoberdorfer zutiefst enttäuscht und wütend über die Schließung unseres geliebten Krankenhauses».
Für sie hat es sich jetzt bewahrheitet, dass die Unternehmensberatung Kienbaum, Teile des Verwaltungsrates, Vorstand und Kaufbeurens Oberbürgermeister Bosse «von Anfang an ein abgekartetes Spiel gespielt haben».
«Wut nicht unterschätzen»
Weiter meinen die Marktoberdorfer Grünen: «17.000 Unterschriften zum Erhalt des Hauses, Mehrheitsvotum der Bürgermeister des Landkreises und gute Argumente für den Erhalt waren den Entscheidern offenbar völlig egal.» Der Flurschaden, der angerichtet wurde, sei jetzt schon enorm.
Die Wut der Bevölkerung sei nicht zu unterschätzen. Dies werde sich im Verhalten gegenüber Kaufbeuren niederschlagen.
Die Basis für eine Zusammenarbeit zwischen Kaufbeuren und dem Landkreis sei nachhaltig gestört. Daher fordern auch die Grünen die Auflösung des Kommunalunternehmens.