«Ich bin persönlich enttäuscht, dass das Versprechen zur Erhaltung aller fünf Standorte, das in den vergangenen Monaten immer wieder gegeben wurde, nicht gehalten wurde», sagt Ulrike Propach, die Vorsitzende von «Freunde und Förderer des Krankenhauses Marktoberdorf». Sie verstehe wie der gesamte Vorstand nicht, dass «das beste Pferd im Stall zur Schlachtung geführt werden soll». Das Marktoberdorfer Haus habe in den vergangenen Jahren immer am besten gewirtschaftet. «Es wurde bis vergangene Woche über Spezialisierungen und Verbesserungen in der Struktur gesprochen, und nicht darüber, dass ein funktionierendes und gut angenommenes Krankenhaus im besten Falle nur noch eine Tagesklinik ist oder ganz geschlossen wird» kritisiert Propach die «Kehrtwende».
Für die Firmen vor Ort mit Abend- und Nachproduktion würde eine Schließung einen großen Standortnachteil bedeuten, so Propach weiter. Obwohl mehr als 6300 Arbeitnehmer in und rund um Marktoberdorf in der Produktion arbeiteten, werde die totale Schließung der Notfallambulanz billigend in Kauf genommen. Mögliche Arbeitsunfälle könnten dann nicht mehr zeitnah behandelt werden, so Propach. Der Förderverein hat eine Unterschriftenaktion «pro Marktoberdorfer Krankenhaus» ins Leben gerufen.
Am heutigen Montag findet um 19 Uhr auf dem Marktoberdorfer Rathausplatz eine Kundgebung gegen die mögliche Schließung statt.