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Obergünzburg (vit) | 02.02.2012 00:00 Uhr

Obergünzburger Förderverein empfiehlt Verbleib im Kommunalunternehmen

„Verbund schützt vor Schließung“

Der Obergünzburger Klinikförderverein empfiehlt, beim Klinikentscheid für einen Verbleib des Ostallgäus im Kommunalunternehmen (KU) mit Kaufbeuren zu stimmen. Diese Devise gaben Werner Hofmann und Helmut Schreck vom Vereinsvorstand am Ende einer mehrstündigen Veranstaltung aus.

Klinik Obergünzburg In der momentanen Konstellation seien die Überlebenschancen für das Obergünzburger Krankenhaus besser, so Hofmann. Falls die vier Kreiskrankenhäuser ein eigenes Unternehmen bilden, befürchte er die Schließung von ein bis zwei Kliniken innerhalb kurzer Zeit.

Hofmann verkündete diese Empfehlung nach einem langen Dienstagabend vor rund 350 Zuhörern im übervollen Hirschsaal. Vorangegangen waren medizinische Vorträge der Obergünzburger Internistin Dr. Martina Mayer und des Kaufbeurer Kardiologen Prof. Marcus Koller.

Die Oberärztin und der Chefarzt zeigten auf, wie sich die Angebote an den Kliniken ergänzen: „Querelen sind nicht die Realität, wie ich sie täglich erlebe“, verwies Koller auf den Austausch der Mediziner.

Anschließend stellte Landrat Johann Fleschhut die Vorteile des Verbundes vor. Nur so bekomme man gute Ärzte und ein breites medizinisches Angebot. Vier kleine Kreiskrankenhäuser wären nicht wirtschaftlich zu führen.

Als einziges Haus habe Kaufbeuren von Januar und September 2011 mit 86 Prozent Belegung knapp über der Wirtschaftlichkeitsgrenze von 85 Prozent gelegen. Kienbaum halte im KU ab 2013 bei den Betriebskosten ein Plus für möglich, berief sich Fleschhut auf die Beraterfirma.

80 Millionen investiert

Ergänzt wurden seine Ausführungen durch Kreisräte. Lars Leveringhaus (CSU) stellte die neue Klinikstruktur vor. Dr. Christian Alex (CSU) steuerte als Mediziner fachliche Argumente bei. Brigitte Schröder (FW) erklärte, dass das Klinikum Kaufbeuren seit 28 Jahren ein gemeinsames Unternehmen sei, in das seit 2000 gemeinsam 80 Millionen Euro investiert wurden. Hubert Endhardt (Grüne) verwies darauf, dass der Verbund Personalengpässe besser abfedere. Josef Fleschutz (SPD) stellte dar, dass sich bei einem Austritt der Prozess der Konzentration und Spezialisierung verzögere.

Für neue Kooperationen trete man in Kaufbeuren als „Bittsteller“ auf, während der Landkreis bisher auf Augenhöhe verhandle.

Wachstation und Internist

Auf Nachfragen von Hofmann betonte Fleschhut, die Verlagerung von Endoprothetikfällen nach Obergünzburg sei verbindlich geregelt. Die Anästhesie-Versorgung bestehe rund um die Uhr, Wachstation und internistische Begleitung seien gewährleistet. Trotz zeitweise sehr geringer Belegung halte man am Ziel fest, in Obergünzburg alle 70 Betten mit Endoprothetik und Allgemeinchirurgie zu belegen.

Dr. Jörg Gabler riet in der Diskussion zum Verbleib im Verbund: „Sonst wird das Chaos noch größer.“ Dr. Norbert Sontheimer vom Patientenforum bezweifelte, dass künftig wirklich alle Endoprothetik-Patienten von Kaufbeuren nach Obergünzburg gehen. Kaufbeuren diktiere weiter, was gemacht wird, behauptete Erwin Wanner. Roland Woschny verwahrte sich dagegen, dass Fleschhut das Bürgerbegehren „in ein schiefes Licht“ rücke.



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Meinungen zum Thema:

  mccash  (46), 02.02.2012 09:07

Verbund schützt vor Schließung - wie paradox ist das denn?

Das Gott- und Obrigkeitsvertrauen der Obergünzburger in allen Ehren. In Marktoberdorf könnt Ihr sehen, wohin das mit dem Vertrauen auf die Obrigkeit und auf die Versprecher von namentlich bekannten Landkreisvertretern und Oberbürgermeistern führt. Beklagt Euch dann aber nicht über "Lichter aus" im Obergünzburger Krankenhaus. Euch wurde auch schon sehr viel versprochen und überlegt einmal, was davon eingehalten wurde.

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