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Marktoberdorf (vit) | 12.05.2011 00:00 Uhr

Klinik vor Ort im Notfall wichtig

Bürgermeister halten Einschnitte für nötig, wollen Marktoberdorfer Klinik für ortsnahe Hilfe aber erhalten

Der Blick auf die Landkarte zeigt, dass das Marktoberdorfer Krankenhaus für viele Patienten aus dem Umland zentral liegt. Wir fragten daher einige Bürgermeister, wie sie die Diskussion um die Kliniken sehen.

Klinik Marktoberdorf Deutlich wurde: Alle wollen das Krankenhaus Marktoberdorf vor allem für die Notfallversorgung erhalten, um lange Wege bei akuter Erkrankung oder Unfall zu vermeiden. Sie sehen gleichzeitig, dass man an der Klinikstruktur ansetzen muss.


Er trete für den Erhalt der Klinik in der Nachbarkommune ein, bekräftigt Bürgermeister Josef Keller. Dass durch die Schließung des Hauses mit dem momentan geringsten Defizit der Klinikverbund wirtschaftlich werden soll, sei nicht nachvollziehbar - zumal in Marktoberdorf viel neu geordnet sei. Klar sei aber, dass ostallgäuweit eine neue Struktur nötig sei: «Bei 6 Millionen Euro Defizit pro Jahr besteht Handlungsbedarf. Denn die Gemeinden zahlen dafür.» Er wünsche sich weiterhin eine Notfallversorgung bis zu einer bestimmten Stufe in der Kreisstadt. Zudem solle man sich mit Spezialisierungen wie dem Wundzentrum weiter profilieren. Sein Appell an die Bürger: Das Angebot auch nutzen.

Görisried: «Eine Kreisstadt ohne Krankenhaus kann ich mir nicht vorstellen», meint Bürgermeisterin Thea Barnsteiner. Wichtig sei die Klinik für die Notfallversorgung. Sie kritisiert, dass es in Kaufbeuren Kräfte gibt, die Marktoberdorf schließen wollen. Denn es gehe - neben der Patientenversorgung - auch um Arbeitsplätze. Hinzu komme, dass Patienten vom Kaufbeurer Haus oft nicht sehr begeistert seien.

Stötten: Vor allem für die Notfallversorgung bis in den Abend hinein brauchen die Stöttenern die Marktoberdorfer Klinik, sagt Bürgermeister Joachim Ernst. Wie wichtig kurze Wege seien, merke man, wenn man ein jammerndes Kind zur Notaufnahme fahre. Gleichzeitig brauche man eine sinnvolle Struktur, um das «horrende» Defizit des Klinikverbundes zu reduzieren. Wie bei Kindergärten solle man aber ein gewisses Defizit tragen.

Wohin kommen die Patienten?

Kraftisried: Erfahrungsgemäß fahren aus Kraftisried viele Patienten nach Kempten, Marktoberdorf und Obergünzburg, berichtet Bürgermeisterin Jutta Breitenmoser. Sie arbeitete früher selbst im Krankenhaus Marktoberdorf und weiß, wie wichtig im Notfall ein Haus ist, in dem sich der Patient gut aufgehoben fühlt und schnell an die richtige Stelle kommt. Dies sei in Marktoberdorf gut gelöst. «Kaufbeuren muss hier an seinem Ruf arbeiten», so Breitenmoser. Ihr sei aber klar, dass für den Klinikverbund ein vernünftiges Konzept nötig sei: «Sonst überrollen uns die Kosten.»

Biessenhofen: Am Rathaus von Bürgermeister Wolfgang Eurisch an der B16 fahren, so sein Eindruck, immer häufiger Notarztwagen vorbei. Daher will er nachhaken, wohin diese Patienten kommen: nach Kaufbeuren oder Marktoberdorf? Auch wenn seine Gemeinde genau zwischen den beiden Klinikstandorten liegt, sei ihm wichtig, dass rund um Marktoberdorf eine gute Notarztversorgung bleibt. «Ich gehe vom Erhalt des Hauses aus. Diese Lösung bevorzugt auch der Klinikverwaltungsrat», sagt Eurisch. Die Bürger seiner Gemeinde nutzen - je nach Erkrankung - beide Häuser. Vor allem über Marktoberdorf höre er viel Lob von den Patienten.




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