Da kam Keller ins Spiel: Eine Woche nach dem Anruf flog ein Fernsehteam aus Köln in die Region und nahm ihn und 16 andere Allgäuer Künstler, die sie im Internet herausgesucht hatten, unter die Lupe. Wieder eine Woche später erfuhr er, dass er der perfekte Kandidat fürs «Perfekte Dinner» sei und sagte spontan zu, obwohl er die Kochshow nie gesehen hatte.
Wie er sagt, wollte er aber schon immer mal eine TV-Produktion von A bis Z miterleben. Gezeigt wird die Sendung aus seiner Küche zwar erst am 16. August, in seinem Haus im Gewend wurde sie aber schon in der Woche vor Pfingsten gedreht, wenige Tage nach seiner Zusage.
Vegan und mediterran
Wer kulinarisch bei ihm nun aber Kässpatzen, Brätknödel oder Spareribs erwartet, täuscht sich: Keller, der gern und viel kocht, mag es mediterran, mexikanisch und thai. Er lebt vegetarisch. Zudem leidet er unter Laktoseunverträglichkeit.
Deshalb kochte er für seine vier Mitkandidaten im Fernsehen gleich vegan: «Es ist schwer nachzuvollziehen, welchen Käse ich jetzt vertrage und welchen nicht», so Keller. Seine Angst, wegen seiner Essgewohnheiten als Störenfried herüberzukommen, bestätigte sich nicht. «Die anderen haben vegetarische Varianten für mich mitgekocht.» Und für das Fernsehteam, das ja auf der Suche nach jemand Besonderem war, war ein Veganer im wörtlichen Sinn ein gefundenes Fressen.
Am Drehtag kam ein 13-köpfiges Kamera- und Produktionsteam zu ihm nach Marktoberdorf. Los ging es um 8 Uhr. Um 1.30 Uhr nachts war dann alles im Kasten. Platzprobleme hatte Keller beim Dreh keine: Er lebt mit seiner Frau und zweien der drei Kinder, Max (13), Valerie (16) und Nina (18), in einem Haus mit über 120 Quadratmetern. Im Gegensatz zu seiner Mitkandidatin Marina Aunkofer aus Kaufbeuren, die auf 48 Quadratmetern wohnt.
Zunächst sah Keller am Drehtag alle seine Klischees über die «im Endeffekt echt netten» Fernsehleute bestätigt. Der ganze Vormittag ging damit drauf, ihn zu filmen, wie er mit dem Motorrad in Thalhofen frische Erdbeeren für seine Vorspeise holte. «Die wollten unbedingt eine Kurve, im Vordergrund eine Kuh, im Hintergrund die Berge», so Keller. Schließlich seien sie in Fechsen fündig geworden.
Nur der unnötige Umweg dorthin sei gestellt gewesen, betont er. Kochen und Essen seien eins zu eins gefilmt worden. Für Ersteres gälten strenge Regeln. Auch der Abend werde ohne Netz gedreht. «Die machen drei Takes, zur Vor-, zur Haupt- und zur Nachspeise. Sonst lassen sie es einfach laufen.»
Freundschaftliche Kontakte
Auch auf seine Mitkandidaten, mit denen er jetzt in freundschaftlicher Beziehung steht, lässt er nichts kommen. Spontan besuchten diese seine Ausstellung inklusive Punkkonzert in Füssen. «Wir hatten jede Menge Spaß», da sich alle aufeinander eingelassen hätten. Da habe es nicht geschadet, dass er Atheist ist und Mitkandidatin Marlies Kössel etwa in der Freizeit Klosterarbeiten fertigt «und wohl noch nie auf einem Punkkonzert war».
Ausgestrahlt wird die Staffel von 15. bis 19. August, jeweils ab 19 Uhr. Keller ist am 16. August als Koch zu sehen.