Heute, Dienstag, und am Mittwoch bleibt das Marktoberdorfer Hallenbad samt Sauna geschlossen. „Wir kriegen unsere Halle nicht so warm, wie es für den Schwimmbetrieb sein sollte“, sagt Mitarbeiter Gerry Kögel. Der letzte solche Fall liege Jahre zurück. Gestern streikten bereits viele Busse. Bei anhaltend tiefen Temperaturen seien Ausfälle und Verspätungen auch für die nächsten Tage nicht auszuschließen, meldet RBA.
Winterdiesel versagt
„Wir wissen nicht, was wir zuerst machen sollen“, sagt Waltraud Schmid von Auto Schmid in Rieder. Seit Freitag seien die drei Abschleppwagen im Dauereinsatz. Schlapp machten vor allem die Diesel: „Die versulzen.
“ Bei Temperaturen unter 20 Grad minus versage auch der Winterdiesel. „Wir schleppen die Autos in Werkstätten, wo sie wieder warm werden.“ Meistens helfe das Austauschen des Kraftstofffilters.
Probleme bereiten oft auch Scheibenwischanlagen, erzählt Wilhelm Metz vom gleichnamigen Autohaus. Ist das Scheibenwasser eingefroren, hilft heißes Wasser: „Unten das Loch aufmachen und durchlaufen lassen“, rät Metz. Vor Versulzen könnten bei Dieselantrieben Zusätze für den Tank schützen, sogenannte Fließverbesserer, meint Metz.
Doch die sind vielerorts ausverkauft. „Vor Gebrauch sollte man beim Hersteller nachfragen“, sagt dazu Alois Schindele, Serviceleiter bei Auto Singer. Er sieht – auch wegen des Mangels an Zusätzen – den Superdiesel als einzigen Ausweg. Der schütze bis zu 30 Grad minus vor Schwierigkeiten.
„Beherzt draufbleiben“
Sonst könne man wenig tun. Die warme Garage sei natürlich besser als der eisige Stellplatz im Freien. Und beim Starten am Morgen rät Schindele, „beherzt draufzubleiben, denn zu viele Startversuche belasten die Batterie noch mehr“. Will der Motor aber partout nicht anspringen, rät der ADAC, das Starten zu unterbrechen und eine halbe Minute bis zum nächsten Versuch warten.
Bei den Batterien sieht Schindele das Problem in häufigen Kurzstrecken: „Da werden die Batterien nicht richtig aufgeladen.“ Man könne sein Auto aber abends an ein Ladegerät hängen. Da gebe es kleine Geräte für zuhause. Es empfiehlt sich in jedem Fall vorzusorgen, also bei Frost in einer Werkstatt vorbeizuschauen und die Batterie testen zu lassen.
„Am Sonntag hatten wir 76 Anrufe“, sagt Anton Urlbauer, Mitinhaber des Görisrieder Sanitärbetriebes. Es seien Wasserleitungen eingefroren und teils geplatzt – zum Beispiel von Heizkörpern auf Dachböden, die nicht mehr funktionierten. Liegen Leitungen in Außenwänden, könnten auch diese einfrieren. „Das Wasser ganz leicht laufen lassen“, rät Urlbauer in solchen Fällen.
Bei gefrorenen Rohren helfe manchmal ein Fön, immer aber das Auftaugerät des Fachmannes, bei dem Stromfluss das Rohr erwärmt. In Öllagerräumen sollte man derzeit kein Fenster offen lassen, betont Urlbauer. Sonst kann das Öl schnell versulzen und dann hilft nur noch der Fachmann, der das Heizöl mit speziellem Gerät wieder erwärmt.