Wenn der Grundstückskauf klappt, kann es schnell weitergehen: Schon nächsten Mittwoch wollen Neumann, Bürgermeister Werner Himmer und Stadtbaumeister Peter Münsch zu einer ersten „baurechtlichen Besprechung“ (Himmer) zusammenkommen. Wo in Marktoberdorf das Objekt liegt, verraten die Beteiligten freilich nicht: „Solange wir das Grundstück nicht haben, geben wir keine örtlichen Details ’raus“, sagt Jörg Neumann.
Ausbauen in vier Stufen
Bei dem Projekt sind Stephan „Stuffi“ Lahr, der letzte Pächter des „Aha“, sowie David Taube, Betreiber des „Flair“ beim Gasthof Burger, als künftige Kneipenwirte mit von der Partie.
Das Bauprojekt sieht laut Neumann vier Ausbaustufen vor: „Als Erstes wollen wir Stuffi Lahr sein ,Aha‘ zurückgeben, dann kann David Taube dort ein weiteres, größeres ,Flair‘ aufmachen“, sagt er. Ausbaustufe drei sehe einen Biergarten vor, Stufe vier eine größere Discohalle, die auch für Abiturfeiern ausreichend Platz biete.
Die Kosten für Grundstück und Gebäude, die Jörg Neumann mit 0,5 Millionen Euro beziffert, übernimmt offenbar ein Geschäftsmann aus Kaufbeuren. Wie berichtet, sucht Neumann nun noch Interessenten, die bereit sind, circa 250 000 Euro in das Projekt zu investieren. Mit diesem Geld sollen Innenausstattung, Brandmeldeanlagen, Schallschutz, Fluchtwege und Parkplätze finanziert werden.
Apropos Lärmschutz: Neumann zufolge gibt es Überlegungen, die wenigen Anwohner des Areals mittels „Telemetrie-Messungen“ ins Boot zu holen: „Das heißt, wir wollen eine Messung der Lärmgrenzwerte im laufenden Betrieb anbieten.“
Ihm zufolge ist Gastronomie kein Neuland für das von ihm und Horst Gedler geleitete „Projekt2“, das 2009 als Zusammenschluss mehrerer Firmen, darunter seiner Computerfirma, gegründet wurde. Schließlich sei „Projekt2“ aktiv in der Messe-, Event- sowie der Ton-, Licht- und Sicherheitstechnik. Zudem verweist Neumann auf Kontakte zu Catering- und Getränkebetrieben. Er ist jedenfalls zuversichtlich, dass das Kneipenprojekt klappt.
Nutzungsänderung nötig
Skeptischer zeigt sich Stephan Lahr: „Das Gebäude ist eine Fabrikhalle. Die herzurichten, wird mit viel finanziellem Aufwand verbunden sein.“ Wenn aber alles Hand und Fuß habe, sei er „selbstverständlich mit im Boot“. Optimistischer äußert sich „Flair“-Pächter Laube: „Da lässt sich sicher mit Eigenarbeit einiges machen. Ich hoffe schon, dass das Projekt etwas wird.“ Sein Lokal in der Georg-Fischer-Straße will Laube jedoch in jedem Fall behalten: „Ich denke, es ist genug Potenzial da für beides.“
Laut Bürgermeister Himmer ist bei dem Objekt eine Nutzungsänderung nötig. „Aber wenn es baurechtlich darstellbar ist, begleiten wir es positiv“, so Himmer. In dem Gespräch nächste Woche werde geklärt, welche Hausaufgaben zu machen sind. Lassen sich diese erledigen, gebe es Vorgespräche mit der Bauabteilung im Landratsamt als Genehmigungsbehörde – bevor die Stadträte das Projekt im Bauausschuss behandeln.