Sie entsprechen laut einer Mitteilung des Kommunalunternehmens (KU) auch den Erwartungen der Beraterfirma Kienbaum, die das erste Jahr der Sanierung als das schwierigste und defizitreichste ansieht. Teilnehmer von einer Sitzung "ohne wirkliche atmosphärische Probleme".
Es gab eine Reihe von Themen, die in mehr als fünfeinhalb Stunden Sitzung abgearbeitet wurden. So ging es darum, dass die Chefarztstelle für das kooperative Darmzentrum in Buchloe ausgeschrieben wird. Auf der Tagesordnung stand auch die Vorstellung möglicher Chefärzte für die Gynäkologie und Geburtshilfe in Füssen. Der Vorstand informierte zudem über die bevorstehenden Baumaßnahmen in Marktoberdorf, wo bis Februar ein ambulantes Operationszentrum in Betrieb geht. Dass für eine geriatrische Reha in Marktoberdorf bereits Gespräche mit möglichen Partnern geführt werden, wollte Bosse der AZ nicht bestätigen. Er berichtete aber, dass die Beraterfirma Kienbaum ein Exposé für die Abteilung erstellt habe, die in den Bettentrakt der Marktoberdorfer Klinik einziehen soll. Dies bilde die Grundlage, um eine Zusammenarbeit auszuschreiben.
Punkt verschoben
Im Januar wird im Verwaltungsrat das von Marktoberdorf in Auftrag gegebene Gutachten von „Pro Klinik“ vorgestellt. Es schlägt unter anderem vor, in der Kreisstadt nicht nur auf geriatrische Reha zu setzen, sondern auch Patienten mit akuten Alterskrankheiten zu behandeln.
Da bereits einige Mitglieder fehlten, wurde am Ende der Sitzung ein Antrag nicht mehr behandelt, die Folgen eines positiven Bürgerentscheides (Austritt aus dem KU) zu beleuchten. Für Bosse sind hier ohnehin eher die Träger (Kreis und Kaufbeuren) gefragt als das KU.
Linie der Nichteinmischung
Als Oberbürgermeister in Kaufbeuren verfolge er die Linie der Nichteinmischung. Er sichert aber zu, mit dem Ergebnis „verantwortungsvoll“ umzugehen. Konkret heißt das für ihn, dass auch im Fall einer Auflösung des KU eine Kooperation zwischen den bisherigen Partnern nötig sei. Die Rechtsform dafür sei offen. Er geht zudem davon aus, dass es keinen Scheidungskrieg um das Anlagevermögen (178 Millionen Euro) der fünf Kliniken geben werde. Denn der Verkehrswert sei wesentlich geringer. Man müsse zudem Fördermittel berücksichtigen, die in den Gebäuden stecken. Gegenseitige Forderungen der Partner in zweistelliger Millionenhöhe seien daher nicht zu erwarten.