
Eine Webseite brauchte oft länger zum Laden, als der Benutzer, sie zu lesen. Heute sind dank DSL-Technologie Datenübertragungsraten möglich, die frühere Modemleistungen um fast das Tausendfache übersteigt. So kam das Moden auf maximal 56 kbit/s, DSL schafft auch 50 Mbit/s (50 000 kbit/s).
Übertragen wird dieses sogenannte Breitband-Internet über ein Kabelnetz. Das ist jedoch nicht lückenlos ausgebaut. So mussten bisher viele kleine Siedlungen und Weiler auf schnelles Internet verzichten. Nun jedoch bietet die neue LTE-Technologie eine praktikable Alternative für schnelles Internet, auch dort, wo ein Netzausbau noch lange nicht zu erwarten ist.
Der Landwirt Tobias Guggemos in Hummeratsried hat sich über eineinhalb Jahre erfolglos bemüht, einen Internetzugang mit ausreichender Geschwindigkeit zu finden. „Meine älteste Tochter ist zehn Jahre alt, da muss sie Hausaufgaben im Internet recherchieren können.“
Hier wird klar: Guggemos hat keine extravaganten Wünsche, ihm geht es vor allem um eine Grundversorgung. Daher nützte es ihm auch nichts, schnelles Breitbandinternet über den früheren Standard UMTS einzurichten, denn das versagte bei wechselhaftem Wetter gerne.
Es bedurfte erst eines Zufalls, um eine Lösung für das Problem zu finden. Ein Vodafone-Vertreter hatte vor Guggemos’ Hof Messungen durchgeführt. „Wissen Sie, dass Sie hier Breitbandinternet einrichten können?“, fragte er den ungläubigen Landwirt.
Machbar war dies durch die sogenannte LTE–Technologie. Diese ermöglicht Internetzugang über Funk und ist stabiler und leistungsstärker als der Vorgänger UMTS.
Schwer herauszufinden
Nun ist dieses Verfahren nicht gänzlich neu, sondern wird schon seit etwa einem Jahr angeboten. Wo es verfügbar ist, ist aber oft schwer herauszufinden. Prüft man auf den Internetseiten von Vodafone oder T-Online die Verfügbarkeit von LTE, so erfährt man oft, wie im Fall von Guggemos, dass diese Technologie nicht verfügbar sei. Möglicherweise ist sie das aber doch. Um das herauszufinden, bedurfte Guggemos jedoch der Verkaufsstrategie des Vertreters, der ihn vor Ort ansprach.
„Wir wollen natürlich keine Gebiete ausweisen, die nur ungenügend versorgt sind“, erklärt Bernd Hoffmann, Pressesprecher für LTE-Ausbau bei Vodafone, die irreführenden Angaben. „Das wäre kein Dienst am Kunden.“ So kommt es, dass Orte mit LTE-Verfügbarkeit nicht erkannt werden und Nutzer dieses Angebot übersehen.
Zuverlässig und schnell
Der Landwirt testete das LTE-Internet und ist zufrieden. Mit 7,2 MBit/s ist es schnell genug für den alltäglichen Gebrauch und zudem stabil. Die 30 Euro monatlich ist ihm das schnelle Internet wert. Auch die Nachbarn haben gute Erfahrungen gemacht. Wie viele Nutzer es bereits gibt, können die Telekommunikationsgesellschaften aber nicht sagen.
Doch wie erfährt man nun Genaues über die Verfügbarkeit? Peter Däubler, Wirtschaftsreferent des Landratsamtes Ostallgäu, weiß um die lückenhafte Informationslage. Da „permanent neue Masten aufgestellt“ würden, seien die Informationen auf den Webseiten der Anbieter oft veraltet.
Daher, so Däubler, sei es momentan unvermeidlich, sich mit den Anbietern wie Vodafone, O2 oder Telekom direkt in Verbindung zu setzen. Hierbei ist auf jeden Fall wichtig, auf eine Messung vor Ort durch einen Mitarbeiter mit passendem Gerät zu bestehen. Nur die könne zuverlässige Ergebnisse zur Verfügbarkeit garantieren.