«Für uns war vor allem die vielseitige Anwendbarkeit auf andere Fahrzeugtypen entscheidend», erklärt Horst Gedler, Geschäftsführer von Projekt 2 - die Agentur hatte den Wettbewerb mit betreut und für die technische Umsetzbarkeit des Designs gesorgt. Wäre Franziska Höbers Entwurf mit wellenförmigen Reflektoren an der Seite auf mehrere Feuerwehrautos übertragbar gewesen, hätte sie wohl das Rennen gemacht, berichtet Jury-Mitglied Wilfried-Ernst Hölzler. So bekommt die Sechstklässlerin wie auch der Gewinner ein Netbook überreicht - «über das ich mich auch sehr freue», sagt Franziska.
Wie aber kam der Wettbewerb überhaupt zustande? «Die Feuerwehr in Kaufbeuren hatte etwas Ähnliches vor drei Jahren mal gemacht», erinnert sich Konrad Ott. Mit der Idee ging der Feuerwehr-Kommandant voriges Jahr auf Schulleiter Wilhelm Mooser zu. Und schon kam ein Projekt mit sechs Klassen der fünften bis zwölften Jahrgangsstufen zustande, das in einen Wettbewerb mündete.
Weder herkömmlich noch zu ausgeflippt
«Als Vorgabe bekamen die Schüler eine Kopiervorlage des Fahrzeugs mit Grundfarbe rot, den Schriftzug Feuerwehr, die Internetadresse und Notrufnummer sowie gewisse Empfehlungen an die Hand», erzählt Kunst-Fachbetreuer Hölzler. Der Entwurf sollte nicht herkömmlich aber auch nicht zu ausgeflippt sein.
Christians Vorschlag sei sofort ins Auge gestochen, meint Kommandant Ott. Allerdings hätten auch die anderen Schüler tolle Entwürfe vorgelegt - besonders die fünften Klassen, unterstreicht Projekt 2-Geschäftsführer Gedler. Seinem Wunsch zufolge könnten auch Unternehmen ihr Design oder Logo von Schülern entwickeln lassen. «Schließlich ist es in unserem Interesse, mehr Kontakt mit der Arbeitswelt zu schaffen», unterstreicht Schulleiter Mooser. Bürgermeister Werner Himmer jedenfalls findet die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Schulen «mal wieder einfach klasse».
Anfang nächsten Jahres soll die Feuerwehr übrigens einen neuen Versorgungs-Lkw bekommen. Auch dieser Wagen wird mit Christians Design verziert - das mit den auffallenden Reflektoren über den Radkappen. Übrigens hat Stadtpfarrer Wolfgang Schilling bereits das neue Mehrzweckfahrzeug im Rahmen der Floriansfeier der Marktoberdorfer Wehr gesegnet. Der 66000 Euro teure VW Crafter wurde mit 24000 Euro bezuschusst.