Im Mai 1913 auf dem elterlichen Hof in Riedhof geboren, wuchs Sylvester Schreyer mit acht Geschwistern auf. Wie damals üblich, verdingte er sich früh als Hütebub. Ab dem 20. Lebensjahr arbeitete er in Betrieben als „Schweitzer“, war in einer Bio-Gärtnerei in Kaufbeuren und danach als Kraftfahrer in Sonthofen tätig.
Dort lernte er auch Viktoria, geborene Fichtel, aus Balteratsried kennen, die bei seinem Arbeitgeber Köchin war. Weil Sylvester Schreyer schon zu Beginn des Krieges als Soldat eingezogen wurde, mussten die Beiden ihre gemeinsamen Zukunftspläne zurückstellen.
Als der Jubilar im Februar 1942 eine Woche Heiratsurlaub bekam, heiratete das Paar am 6. Februar auf dem Standesamt und am 7. Februar im Crescentiakloster in Kaufbeuren.
Nachdem im Krieg zwei seiner älteren Brüder gefallen waren und der dritte bereits einen eigenen Hof hatte, übernahm Schreyer nach der Rückkehr aus englischer Gefangenschaft den elterlichen Betrieb.
Und obwohl Ehefrau Viktoria nie Bäuerin werden wollte, arrangierte sie sich mit der neuen Situation und unterstützte ihren Mann nach Kräften.
Durch eine Kriegsverletzung gesundheitlich angeschlagen, achtete der Jubilar schon früh auf eine gesunde Lebensweise. Bereits 1959 stellte er seinen Hof auf „Bio“ um. Auch nachdem dieser 1969 an den ältesten Sohn Rudolf übergeben worden war, packte das Ehepaar noch gerne mit an.
Inzwischen führt bereits Enkel Stefan den Bauernhof und vier Generationen wohnen unter einem Dach zusammen.
Auch wenn sein „Gangwerk“, wie er sagt, nicht mehr so recht will und das Sehen und Hören immer weniger werde, ist Sylvester Schreyer geistig noch immer fit. Traurig stimmt ihn nur, dass er sich mit seiner Frau, die völlig bettlägerig ist, nicht mehr unterhalten kann.
Doch bekommt er oft Besuch von den vier Söhnen, den Schwiegertöchtern, 13 Enkeln und 11 Urenkeln. Im engsten Familienkreis feiert das Jubelpaar mit dem Stöttener Pfarrer Sajimon Vargese den Hochzeitstag mit einer Andacht.