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Marktoberdorf | Von Vitalis Held | 28.07.2010 10:27 Uhr

Schmale, aber akzeptable Lösung

Resolution - Stadtrat unterstützt Ostallgäuer Klinikkonzept, fordert aber Nachbesserungen

«Eine weitere Kürzung der Leistungen unseres Krankenhauses kann für Bürger, Stadträte und Bürgermeister nicht in Frage kommen.» Dies stellte der Marktoberdorfer Stadtrat am Montagabend mit einer einstimmig verabschiedeten Resolution klar.

Krankenhaus Das Gremium erklärt, dass sie das aktuell diskutierte medizinische Konzept für den Erhalt aller fünf kommunalen Häuser im Verbund Ostallgäu-Kaufbeuren «akzeptiert und unterstützt». Für die Kreisstadt sei dies eine «zwar schmale, aber noch akzeptable Lösung». Der Stadtrat fordert zudem Nachbesserungen.

Versorgung rund um die Uhr

Kernpunkt für die Marktoberdorfer ist die Notfallversorgung für die Basischirurgie und die Innere Medizin rund um die Uhr. Ein Bereitschaftsdienst für Operationen müsse bis mindestens 22 Uhr vorgehalten werden, um für Betriebsunfälle von Firmen im Schichtbetrieb gewappnet zu sein. Ein Anästhesist für die Intensivstation müsse sogar 24 Stunden im Dienst sein. Sicherstellen will der Stadtrat, dass bei Komplikationen (Nachblutungen) nach einer Operation nachts eine Versorgung vor Ort gewährleistet ist.

Orthopädie und Urologie halten

 

Mit diesen Forderungen geht der Stadtrat weit über das Konzept hinaus, das Klinikvorstand Dr. Susanne Schlichtner im April dem Gremium präsentiert hatte. Schlichtner hatte erklärt, dass Operationen nach 18 Uhr in Kaufbeuren gebündelt werden sollen.

Unterstützung durch den Stadtrat findet eine neue Regelung für den Durchgangsarzt, die seit Mai praktiziert wird. Auch die Zusammenarbeit mit Ärzten aus der Kaufbeurer Klinik in Marktoberdorf solle beibehalten werden. Dies gilt auch für die Kooperation der Chefärzte bei der Facharztausbildung.

Wichtige Punkte für den Stadtrat sind auch die Beibehaltung von Marktoberdorf als Notarztstandort. Zudem unterstützen die Stadträte den Ausbau der Wundambulanz von Chefärztin Dr. Michaela Knestele. Die Stadträte treten zudem ein für den Erhalt von Handchirurgie, Diabetologie, Rheumatologie, Orthopädie und Urologie in Marktoberdorf.

Als «zukunftssichere Perspektive» sieht der Stadtrat Bestrebungen, Angiologie (Blutgefäße) und plastische Chirurgie anzubieten. Gleiches gilt für den Ausbau des ambulanten Operationszentrums.

Der Stadtrat unterstützt dafür auch eine Sonderbedarfszulassung für einen ambulanten Chirurgen, da es in der Stadt keinen niedergelassenen Chirurgen gibt. Ins Gespräch bringen die Räte zudem, dass sich die Fachärzte verschiedener Häuser gegenseitig vertreten sollen.

Insgesamt, so die Resolution, unterstützt der Stadtrat den Erhalt aller fünf Krankenhäuser. Akzeptiert wird, dass die Klinik Kaufbeuren dabei als Haus der Versorgungsstufe 1 eine besondere Stellung einnimmt.

«Geschlossene Gesellschaft»

Bürgermeister Werner Himmer betonte im Stadtrat, dass die Resolution fraktionsübergreifend erarbeitet worden sei. Das einstimmige Votum wertete er als Zeichen der Geschlossenheit im Stadtrat bei diesem Thema. Axel Maaß (Grüne) bezeichnete den Klinikverwaltungsrat als «relativ geschlossene Gesellschaft». Mit der Resolution zeige man, dass das Kommunalunternehmen nicht an Marktoberdorf vorbei agieren könne.




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