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Obergünzburg (az) (az) | 04.09.2010 00:00 Uhr

Landwirtschaft im Vordergrund

Podiumsdiskussion - Freie Wähler beleuchteten das Thema «Chancen des ländlichen Raums»

Wie wird sich die Zukunft im ländlichen Raum gestalten und wo liegen die Chancen für die regionale Entwicklung? Antworten auf diese Frage versprach eine Informationsveranstaltung mit Podiumsdiskussion der Freien Wähler der Landtagsfraktion und des Kreisverbands Ostallgäu im Obergünzburger Festzelt. «Wir müssen einen gesunden Mix an Arbeitsplätzen erhalten», meinte die Hauptreferentin des Abends, die Oberallgäuer Kreisbäurerin und Landtagsabgeordnete Ulrike Müller. Jeder Ort brauche eine «vernünftige Infrastruktur». Die sozialen Veränderungen machten auch vor dem Dorf nicht Halt. Starkes bürgerschaftliches Engagement sei gefragt. Und die Kommunen brauchten mehr Geld. So mancher Seitenhieb galt in Müllers Vortrag der CSU. In der anschließenden Diskussion ging es in der Hauptsache um Fragen der Landwirtschaft.

Das Diktat des Milchpreises durch große Molkereien und Konzerne ist eine der existenziellen Sorgen der Bauern. Das Milch Board des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM) und die Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Bayern arbeiteten zusammen, um für alle Milchbauern eine Perspektive zu schaffen. Dies erläuterte Reinhold Mair von der MEG-Bayern, der mit auf dem Podium saß. Es sei höchste Zeit, die Grabenkämpfe hinter sich zu lassen. Neben ihm hatte der Landwirt Anton Hörmann (Hauprechts) als Vertreter der MEG Milch Board einen Platz auf dem Podium eingenommen und unterstrich ebenfalls die Notwendigkeit, die Interessen zu bündeln. «Ziel ist, uns am Markt zu stärken.» Thema waren auch erneuerbare Energien und der damit verbundene Kampf um Flächen für den Anbau der Rohstoffe. Nicht alle Böden seien für den Energiewald geeignet, warnte MdL Dr.

Leopold Herz vor zu viel Optimismus. Und zum «Nulltarif» werde auch die heimische Energie nicht zu haben sein. Es müsse immer eine realistische Ertragserwartung dabei sein. Standortabhängig sei auch die Rentabilität von Biogasanlagen, hieß es bei der Diskussion. Sinnvoll sei, Wärme und Strom zugleich daraus zu nutzen, meinte Gottfried Obermair. Referent für Energie der Landtagsfraktion der Freien Wähler.

«Und was tut die Politik?»

Was bedeutet eine mögliche Patentierung von Pflanzen und Tierarten für die Landwirte? Wie wirkt sich das neue Wassergesetz gerade auf kleine Wasserversorger aus? Wie steht es um den Datenschutz? Und was unternimmt die Politik, um Schaden von der Landwirtschaft abzuwenden? Viele auch gesamtgesellschaftlich relevante Fragen stellte das Publikum an die Freien Wähler.

Durch den Abend steuerte Werner Hofmann als Moderator. Etliche der Fragen, die FW-Kreisvorsitzender Herbert Heisler zum Auftakt in den Raum gestellt hatte, fanden keinen Raum mehr. Sie betrafen Themen wie Verkehrserschließung, Tourismus oder auch Bildung. Er hatte die These aufgestellt, dass viel über die Stärkung des ländlichen Raums gesprochen werde. Das Augenmerk aber bleibe bei den Ballungsräumen.(sg)



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