
Die traditionelle Kranzverlosung am Dreikönigstag ist angesagt - eine im Oberallgäu einmalige Veranstaltung mit 82-jähriger Tradition. Bereits um 10 Uhr treffen die ersten Gäste in der „Sonne“ ein, um die besten Plätze zu ergattern. Nach dem Gottesdienst strömen schließlich die Kirchenbesucher ins Wirtshaus. Auch Pfarrer Stefan Gilg lässt sich das Spektakel nicht entgehen.
Dann tritt Auktionator Siggi Limberger in Aktion. Jeder Gast kann von ihm bis zu fünf Spielkarten zu je 50 Cent erwerben. Als Glücksboten assistieren die zehnjährige Kathrin und der dreijährige Luis. Die erste, von den Kindern gezogene Karte steht für den ersten Gewinn: der größte Hefekranz eines siebenteiligen Backwerkstapels.
Abschluss eines Durchgangs ist die Verlosung des siebten, kleinsten Kranzes. Danach beginnt eine neue Runde. Das Spektakel dauert bis in den Nachmittag hinein. So lange, bis alle 210 Hefekränze von Bäckermeister Peter Einsiedler über die Wirtshaustische gegangen sind.
Dafür ist der 66-Jährige an diesem Feiertag bereits um sechs Uhr früh in der Backstube gestanden.
„Die Kranzverlosung wurde 1930 aus der Not heraus geboren, in einer wirtschaftlich schlechten Zeit“, erzählt der 66-Jährige. Der Umsatz musste angekurbelt werden. Und so hatten die Idee damals sein Großvater Josef Einsiedler, dessen Bäckerkollege Fritz Weber und der einstige „Sonnen“-Wirt Wendelin Rist.
Als Bäckermeister mit Leib und Seele will Peter Einsiedler die Kranzverlosung fortführen, „solange ich kann.“ Und sein Sohn Cornelius steht bereits in den Startlöchern.
Glückspilz Hubert Räth
Stammgast bei der traditionellen Veranstaltung ist der 53-jährige Hubert Räth. Bereits als Bub hat er seinen Vater regelmäßig dorthin begleitet. Dieses Mal gewann der Glückspilz, der am Dreikönigstag Geburtstag feiert, gleich sechs Hefekränze. Zu guter Letzt bescherte ihm das „Herz As“ auch noch die zehn Liter Freibier, die „Sonne“-Wirt Roland Kässmann zur Feier des Tages springen ließ.