Nun aber steht das Pegasus, in dem zur «Musik der 70er und 80er Jahre» inzwischen schon mehrere Generationen von Nachtschwärmern tanzten, endgültig vor dem Aus. Wann die Disko genau ihre Pforten schließt, ist derzeit unklar. Matera und die Sozialbau verhandeln noch über die Einzelheiten.
Im Bauausschuss ging es diese Woche bereits um die Zeit danach: Bauordnungsamtsleiterin Dr. Franziska Renner trug den Erweiterungsantrag der Sozialbau vor, die den Flachdachanbau nach zwei Seiten um einige Meter vergrößern und eine Verkaufsstätte einrichten will. Dafür ist eine Ausnahme vom Bebauungsplan nötig. CSU-Stadtrat Erwin Hagenmaier fasste anschließend die allgemeine Stimmung zusammen: «Eine Träne muss ich hier doch vergießen, denn damit endet eine Ära.» Gleichwohl gab es von allen Seiten grünes Licht für die Erweiterung und Nutzungsänderung.
Ciao Pega - was sagt Betreiber Gino Matera dazu? «Das tut schon weh», sagt der 57-Jährige. Die Disko sei eben lange Zeit sein «Leben» und seine Existenz gewesen.
Damals als DJ angefangen
In den 70er Jahren kam Matera zum ersten Mal ins Pegasus, damals als Gast. 1974 wurde er DJ in der Heinrichgasse und 1983 schließlich Geschäftsführer. Seit 18 Jahren gehört ihm das Pega alleine. Eine wirtschaftlich nicht immer einfache Zeit, räumt Matera ein. Vor allem in den letzten Jahren. Die Jugend habe sich immer mehr den moderneren Diskos in der Stadt zugewandt - und auch das Rauchverbot habe ihm Probleme bereitet.
Alles in allem gehe es nun darum, eine vernünftige Lösung mit der Sozialbau zu finden und dann von «seinem» Pega Abschied zu nehmen. So wie in der griechischen Sage - auch dort werden Pegasus und sein Reiter am Ende getrennt...
Seit den 70er Jahren lebt Gino Matera für sein Pegasus. Bald ist nun jedoch Schluss mit der Diskothek in der Heinrichgasse. Foto: Martina Diemand
«Ich lebe seit 1974 für diesen Laden - da ist es einfach schade, wenn man dann aufhören muss.»
«Pega»-Betreiber Gino Matera