Eine vermeintlich angenehme Überraschung erlebte Anfang Februar ein 84-jähriger Kemptener. Er habe 49 000 Euro gewonnen, wurde dem Mann mitgeteilt. Um an den Gewinn zu kommen, sollte er allerdings zunächst 2000 Euro überweisen. Das tat der Rentner auch, überwies kurze Zeit später sogar noch weitere 400 Euro.
Danach wollte der Mann nicht mehr zahlen – woraufhin sich die Betrüger telefonisch bei ihm meldeten und sich als Mitarbeiter des Bundeskriminalamts und als Oberstaatsanwalt ausgaben. Der Mann solle zahlen, damit die Täter gefasst werden könnten, sagten die Anrufer.
Natürlich war die gesamte Geschichte erfunden – einen Gewinn bekam der Mann nicht. Der Fall landete vielmehr bei der Polizei – diesmal bei der echten. Gewinnversprechen, so weiß diese, kommen in unterschiedlichen Formen vor.
Beispielsweise behaupten die Betrüger, man habe ein Auto gewonnen, das aber zunächst (kostenpflichtig) aus dem Ausland überführt werden müsse. 2011 wurden Jahr im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West mit solchen Maschen mindestens 42 Personen um insgesamt 1,2 Millionen erleichtert. Teilweise nahmen die Opfer sogar Kredite oder Hypotheken auf ihre Häuser auf.
Das Geld ist weg
Fast nie bekamen die Opfer hinterher auch nur einen Cent zurück, da die Gelder bereits ins Ausland transferiert worden waren.
Kaffeefahrten/Verkaufsveranstaltungen: In diesen Tagen flattern sie wieder in die Briefkästen zahlreicher Senioren: die Einladungen zur Kaffeefahrt. Gerade aus dem Bereich Kempten und dem Ostallgäu sind solche Einladungen bekannt, die Ausflüge mit Rahmenprogramm und Verpflegung versprechen. Dabei, so die Polizei, handelt es sich in Wahrheit aber um Verkaufsveranstaltungen, bei denen Senioren völlig überteuerte Produkte (häufig aus dem Gesundheitsbereich) angedreht würden.
Leider stelle man immer wieder fest, dass die Senioren zwar Bescheid wüssten über diese Masche – dann aber dennoch mitfahren, so die Polizei. Trotz des Vorsatzes, auf keinen Fall etwas zu kaufen, tappten die Senioren am Ende doch in die Verkaufsfalle.