
Ob das viele Wasser von oben freilich die momentane Krise der bundesweiten FDP beweinte? Dass die Partei gerade keine sonnigen Zeiten durchzustehen habe - daraus machten am Samstagabend die Funktionsträger (mit dem prominenten Gast, der bayerischen Generalsekretärin Miriam Gruß) kein Geheimnis. Die FDP-Politiker erklärten aber auch deutlich, was für die Partei stehe: Freiheit und Eigentum als Grundmaxime.
«Salvete Libertes» (gegrüßet seid Ihr von der FDP) - in lateinischer Sprache hielt Spitzer (auch im Namen von Mit-Gastgeberin, Kreisrätin und Bezirksrätin Gisela Bock der FDP Oberallgäu) seine Begrüßung. «Wir FDPler sind die Herren, die diese Provinz gestalten», befand Stadtrat Spitzer und so fürchte man keine Partei. Er selbst habe mit «Ullrichus Kremsero et Bruno Lapicida (Ullrich Kremser und Bruno Steinmetz) «die besten Männer» mit sich im Stadtrat.
Kritischer ging da MdB Stephan Thomae mit der Partei auf Bundesebene um: «Es stürmt und hagelt bei der FDP». Doch gerade in Zeiten, in denen es mehr Regulierungen im Netz brauche, die Städtebauförderungen gestrichen werden, Facebook und Google die «Privatsphäre umzingeln», brauche es eine Partei wie die FDP. Nein, aus der Zeit gekommen sei sie nicht.
Freiheit sei ihr Kernanliegen, den Menschen die Möglichkeit bieten, Eigentum zu bilden, sei ihr Ziel und «wir denken um die dritte und vierte Ecke herum» sei die Stärke der Partei.
Vieles mit bewirkt
Dass die FDP auf Regierungsebene vieles mit bewirkt habe, machte die bayerische Generalsekretärin Gruß am Beispiel Familienpolitik deutlich. Sie verwies unter anderem auf das neue Gesetz, wonach Kinderlärm nicht mehr Industrielärm gleich zu setzen sei, auf die Neuaufnahme von Prävention im Gesetz gegen sexuellen Missbrauch, auf Elterngeld, Betreuungsplätze für Kleinstkinder - und die «brandneuen» Überlegungen, Frauen beim Wiedereinstieg in den Beruf bei «haushaltsnahen Dienstleistungen» (wie Putzhilfe) zu unterstützen.
«Dran bleiben» will Gruß beim Konzept Jugendpolitik und Erleichterungen für gleichgeschlechtliche Paare bei der Adoption von Kindern. Vieles habe die FDP mit auf den Weg gebracht - viel gab es zu diskutieren an diesem Abend. Auf viel Beifall stieß auch Patrick Dermak mit seinem Klavierspiel.