Der Mensch muss also eine Übertragung der Krankheit nicht fürchten, obwohl der Fuchs nun (mangels eines natürlichen Feindes) laut Werne „zahlreich in unserer Heimat vorkommt“. Jetzt allerdings macht die Räude den Tieren zu schaffen. „Räude ist für den Menschen kein großes Thema, aber die Füchse verlieren ihr Fell und erfrieren elendiglich bei lebendigem Leib,“ erläutert Werne.
Tiere verhungern oder erfrieren
Die von den Milben befallenen Füchse gehen in der Regel nach drei bis vier Wochen ein. Werne: „Die meisten verhungern oder erfrieren.“ Durch die Ranz (Paarungszeit) könnte sich die Zahl der infizierten Tiere in den nächsten Monaten noch einmal erhöhen, befürchtet Werne. Denn die Übertragung der Krankheit erfolge über direkten Kontakt.
Der Kreisjagdverband Kempten arbeitet eng mit der TU München zusammen und liefert für eine Studie aus allen Hegegemeinschaften Füchse zur Untersuchung ab, sagt Werne. „In einer Karte wird dann eingetragen, wo der Fuchs erlegt wurde. Jedes erlegte Tier wird unter anderem auch auf Räude, Tollwut und den Fuchsbandwurm untersucht.“
Ekzeme beim Menschen
Hunde und Katzen würden normalerweise auf Räude geimpft, weiß Werne. Beim Menschen lösten die (Räude-)Milben Hautekzeme aus, die laut Werne mit einer Salbe behandelbar sind. Wer einen offensichtlich durch Räude eingegangen Fuchs entdeckt, soll dies der Polizei melden (oder dem zuständigen Jagdpächter) und den verendeten Fuchs wegen der Räude-Milben nicht anfassen.
Füchse nicht anlocken
Da Füchse relativ schnell die Scheu vor Menschen verlieren, kann es auch vorkommen, dass sie auf dem Balkon bereitgestelltes Katzenfutter stibitzen. Absichtlich angelockt werden sollte der Fuchs allerdings nicht. Werne: „Dadurch erhöht sich das Risiko einer Infektion mit Krankheitserregern bei Mensch und Haustier – eine Folge der Überpopulation.“