
Mehrere Erwartungen haben sich für die Saison ´08/´09 nicht erfüllt, erklärte Siedersberger. Die Personalkosten seien um 50000 Euro aus dem Ruder gelaufen, das Spendenaufkommen um 23000 auf 50000 Euro zurückgegangen. Die Erlöse aus dem Kartenverkauf fielen um 107000 Euro geringer aus als geplant. Die Zahl der Besucher war deutlich niedriger als man sich vorgestellt hatte, räumte der Geschäftsführer unumwunden ein: 2500 Besucher fehlten gegenüber der Kalkulation, die Auslastung lag bei 72, 2 Prozent.
Ordentlich zu knabbern habe man auch an der Betriebseinrichtung des Theaters gehabt. Und ziemlich unwägbar seien die Gagen für die Eigenproduktionen - «das lässt sich vorab kaum planen». Unter der Saison, wenn längst Produktionen gebucht und Karten vorab verkauft wurden, habe man kaum noch Möglichkeiten einzugreifen, wenn eine Veranstaltung floppt.
«Einmalig» müsse ein zusätzlicher Zuschuss für den Theaterbetrieb sein, forderten die Räte im Ausschuss. Es dürfe nicht zur Gewohnheit werden, dass die Stadt ausputze, wenn in der Theater GmbH etwas schief läuft. Da ist Siedersberger optimistisch: «Wir haben unsere Lehren gezogen und viel vorsichtiger kalkuliert», versicherte er. Zwar könne man ein geringes Defizit nie ausschließen, aber so tief werde man nicht mehr in die Miesen geraten. Zur Überbrückung kurzfristiger Engpässe regte er an, das Eigenkapital aufzustocken.
8,7 Millionen für den Umbau
Statische Probleme in der Decke des «Theater Oben» und zusätzliche Gelder für Belüftung und Sanitär trieben zuletzt auch die Sanierungskosten erneut in die Höhe. Auf 8,72 Millionen Euro belaufen sich laut Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer nun die Gesamtkosten - 2007 war man noch von 7,5 Millionen ausgegangen. Die neuerlichen Steigerungen seien natürlich nicht wünschenswert, «aber bei so einem Altbau verständlich», meinte Netzer.
Der Haupt- und Finanzausschuss stellte die zusätzlichen Mittel letztlich einstimmig bereit.