Drei Säulen umfasst ein Papier, das in der Verwaltung erarbeitet wurde: «Seniorenpolitisches Gesamtkonzept», «Kinder- und Familienfreundlichkeit» und «Integrationsarbeit, Segregation vermeiden» heißen die Handlungsfelder. «Es sind nahezu alle Aufgabenbereiche der Stadt mit betroffen», machte Sozialreferent Benedikt Mayer klar.
«Die aufsuchenden Strukturen zu verbessern», forderte Erna-Kathrein Groll. Mehr generationsübergreifende Angebote schweben ihr zudem vor. An die Behindertenarbeit - nicht nur in der Altenarbeit - erinnerte Lothar Köster. Einen Verweis auf den Jugendhilfeplan vermisste Ludwig Frick.
Aktive Senioren einbeziehen
Etwas zu kurz kam Josef Mayr der Bereich der aktiven Senioren: «Wir haben über-65-Jährige, die Firmen führen, Vereine leiten, Halbmarathon laufen - diese Senioren brauchen wir im bürgerschaftlichen Engagement.» Anderenfalls würde heute schon vieles zusammenbrechen. «Die Menschen werden in Zukunft dorthin gehen, wo sie bessere Bedingungen vorfinden», sagte Thomas Kiechle. Deswegen sei es jetzt entscheidend, die Qualität des Standorts zu steigern.
Seniorengerechten Verbraucherschutz und -Beratung wünschte sich Claudia Dress. Und für die Älteren solle man Geschriebenes gut lesbar machen. Das Hauptproblem werde die Betreuung und Pflege der Senioren sein, meinte Dr. Philipp Jedlhauser. Und daran werde sich nichts ändern, «solange die Pflegeversicherung so gestaltet ist, dass die Oma ins Heim abgeschoben wird» - einfach weil pflegende Angehörige für ihren Einsatz zu wenig Geld bekämen.
Das Ehrenamt insgesamt vernünftiger auszustatten, also auch im Block der 25 bis 65-Jährigen, wäre Harald Platz ein Anliegen. Dadurch ließen sich auch mehr Jüngere für den Dienst am Nächsten requirieren. An die Unterstützung von Alleinstehenden und -erziehenden erinnerte Karl Sperl.
Auf die Entwicklung der Armut zu reagieren - diesen Unterpunkt aus der Integrationsarbeit wollte Helmut Hitscherich über sämtliche Handlungsfelder ausgedehnt wissen. Und er wünschte sich Angebote für Kontakte zwischen «Ureinwohnern und Zugereisten». «Sprache, Bildung, Arbeit» lauten für Integrationsbeauftragten Siegfried Oberdörfer die entscheidenden Begriffe um Segregation zu vermeiden: «Die Kinder müssen vor dem Schuleintritt die deutsche Sprache lernen.»
All diese Anregungen sollen in den städtischen Gremien verarbeitet werden, sagte Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer: «Wir wollen im Herbst mit Verbänden, Politik und Fachleuten in ein umfassendes Beteiligungskonzept eintreten.»