„Immerhin hat die Frau zwei Unschuldige in Haft gebracht“, erklärt der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Dr. Christoph Ebert. Sie hatte felsenfest behauptet, zwei grün verkleidete Mitglieder einer Ulmer Faschingsgruppe eindeutig als Täter erkannt zu haben.
Die beiden Männer wurden am Faschingssonntag festgenommen. Sie kamen aber bald wieder auf freien Fuß, da sie ein Alibi hatten und als Täter definitiv ausschieden. In der Folge meldete sich ein Zeuge, der von einem weiteren vermeintlichen Verbrechen berichtete. Bei dem Vorfall hatte es sich aber lediglich um eine harmlose Streiterei gehandelt.
Bei weiteren Vernehmungen und Gesprächen mit Beamten der Kripo blieb die junge Frau bei ihrer Version. In den folgenden Wochen wurden aufwändige Ermittlungen und kriminaltechnische Untersuchungen durchgeführt. Dabei kamen laut Kripo-Chef Albert Müller immer mehr Zweifel an ihrer Aussage auf.
Am vergangenen Dienstag wurde sie nun erneut zur Vernehmung vorgeladen. Da räumte die junge Frau schließlich ein, die Vergewaltigung erfunden zu haben. Einen plausiblen Grund gab sie nicht an.
„Oft ist es so, dass Frauen, die eine Vergewaltigung vortäuschen, tatsächlich freiwilligen Sexualkontakt hatten“, weiß Ebert. Im eigenen Umfeld erzählten sie aber, dies sei gegen ihren Willen geschehen und gerieten dann schnell in Erklärungsnot.
Die Hausfrau und Mutter erwartet nun eine Anzeige wegen falscher Verdächtigung und Vortäuschen einer Straftat. Freiheits- oder Geldstrafe sieht das Strafgesetz dafür vor. Zudem wird sie einen Teil der Ermittlungskosten übernehmen müssen. Laut Ebert sicher eine vierstellige Summe.