Also bleibt laut Bürgermeister Kammel nichts anderes übrig, als über eine Bauleitplanung oder über einen Kompromiss mit dem Betreiber «eine Lösung zu suchen, die den Handybesitzern mit möglichst wenig Nachteilen den Betrieb ermöglicht.» Wobei Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut München offenbar einen Kompromiss mit dem O2 bevorzugen würde: «So eine Bauleitplanung ist kostspielig und hat auch ihre Tücken», versicherte der Referent für elektromagnetische Felder. Der von Altusried beauftragte Spezialist stellte bereits Standortplanungen für Handymasten vor. Im Mittelpunkt stand dabei ein 45 Meter hoher Sendeturm rund einen Kilometer südlich von Gschnaidt.
Mit diesem könne man Frauenzell, Muthmannshofen und Kimratshofen mit wenigen Ausnahmen gut abdecken, so Ulrich-Raithel. Die voraussichtlichen Belastungen gab er mit 10 Mikrowatt pro Qaudratmeter in Normalzeiten an, in Spitzenzeiten bis zu 30 Mikrowatt/qm. Eingeschlossen seien bei diesen Angaben die elektromagnetischen Leistungen von Betreiber-Partner Vodafone.
Genau das ist für die Bürgerinitiative der «wunde Punkt»: Niemand könne sagen, was auf die Masten noch alles draufgepackt werde, hieß es. Auch befürchteten einige Bürger, dass Altusried zu einem überregionalen Fortleitungspunkt werden könnte. Für Markus Höbel (Bürgerinitiative) gibt es noch Klärungsbedarf und «Info-Defizite der Gemeinde.»
«Gemeinde in der Zwickmühle»
Nachdem Kielmann noch einen ganz profanen Rat gegeben hatte («Wenn Sie weniger telefonieren, gibts auch weniger gepulste Strahlung), kam man sich zum Ende in ein paar Gedanken näher: Rechtsanwalt Albrecht Lutz erhielt Beifall, als er den Sündenfall der Politik kritisierte, durch das Einkassieren von 50 Milliarden UMTS-Erlösen in die Bringschuld gegenüber Betreibern geraten zu sein. Im Übrigen, so Maria Heubuch, habe man die in den 70er Jahren proklamierten Vorsorgemaßnahmen gegenüber Risikotechniken niemals eingehalten. In Sachen Mobilfunk sei die Gemeinde durch das Gesetz in die Zwickmühle geraten, bedauert die Bäuerin.