Herr Appelt, Männer sind im extremsten Fall auch Nazis, Hooligans, Frauenmörder und Kinderschänder. Deshalb haben Sie eine Art Resozialisierungsprogramm entwickelt. Soll man Ihr Anliegen ernst nehmen?
Appelt: Ich sehe das wie Wilhelm Busch: Wenn du etwas ernst sagen willst, sag es erst im Spaße. Das Thema Mann beschäftigt mich schon sehr lange, weil ich halt selbst einer bin und mich immer wieder frage: Wo stehe ich? Wo bin ich? Was mache ich hier eigentlich? Mein Buch ist zuerst einmal ein Selbsterkenntnisprozess. Lösungsvorschläge kommen dann im nächsten.
Ihrer Meinung nach ist die erstarkte Weiblichkeit für die «zivilisatorische Katastrophe», genannt Mann, verantwortlich. Wie kommen Sie darauf?
Appelt: Alles, was Männern Spaß macht, wird ihnen von den Frauen aus den Händen gerissen: Fußball, Tour de France, Politik. Wozu wird der Mann überhaupt noch gebraucht? Und wie schlimm ist es eigentlich, überhaupt nicht mehr gebraucht zu werden? Wir Männer haben Jahrtausende daran gearbeitet, die Frauen zu unterdrücken, weil wir wussten, dass von ihnen eine große Gefahr ausgeht. Die Frau von heute ist selbstbewusst und stark und kann im Prinzip alles selber. Wir Männer können nur Krieg führen und poppen. Das wars.
Verraten Sie mit dem Buch nicht Ihr männliches Publikum?
Appelt: Das muss ich auch tun. Erst wenn wir Männer in Schutt und Asche liegen, werden die Frauen als Trümmerfrauen sich Kopftücher umbinden und uns langsam wieder aufbauen, bis wir neu erblühen.
Wie sind Sie als Mann in einer Beziehung?
Appelt: Ich wollte immer starke Frauen. Aber es gibt schnell Ärger, weil ich innerhalb einer Beziehung auch sehr provokant sein kann.
Ingo Appelt tritt am Samstag, 9. Mai (20 Uhr), in der Kultbox in Kempten auf. Karten unter Telefon 01805132 132.