Sie alle gehörten in das Programm der Familienpatenschaften, das die Caritasstelle in Kempten vor zwei Jahren ins Leben gerufen hat. Die Resonanz war so positiv, dass dieses Projekt nun auch in Altusried etabliert werden soll.
Sozialpädagogin Tina Hartmann (Caritasstelle Kempten) und der Familienbeauftragte Christoph Betz aus Altusried arbeiten derzeit zusammen, um das Modell in der Marktgemeinde auf den Weg zu bringen.
Was ein Familienpate alles macht, weiß Rentner Matthias Lengsfeld ganz genau. Fast zwei Jahre ist er nun in der neunköpfigen Gruppe der Caritas. Der gelernte Physiker wollte nach seinem aktiven Dienst etwas Soziales machen, hatte aber ein wenig Sorge, dass ihm diese Tätigkeit „auch leicht über den Kopf wachsen könnte“. Jetzt fühlt er sich beim Familienpatenmodell sehr wohl.
„Ich werde von Fachkräften gut begleitet“, sagt er, „und in der Gruppe der Familienpaten, die sich monatlich trifft, erfahre ich sehr viel Nützliches für meine Aufgabe.“
Im Augenblick betreut Lengsfeld eine Ausländerin, die kein Deutsch versteht, nicht lesen und schreiben kann. Alle zwei Wochen steht er drei bis vier Stunden zur Verfügung, erledigt die Post der Frau, begleitet sie auf Behördengänge und zum Jobcenter.
„Dabei ist es ganz wichtig“, so der Rentner, „die Persönlichkeit des Betreuten zu beachten.“ Es gehe nie darum, die eigene Auffassung durchzusetzen. Lengsfeld hat auch schon Senioren begleitet, Gardinen montiert und Räume gestrichen.
„Die Aufgaben“, erklärt indes Tina Hartmann, „werden in der Gruppe besprochen und verteilt. Es ist ganz wichtig, dass Betreuer und Klient zusammen passen.“ Das sei ausschlaggebend für eine fruchtbare Zusammenarbeit. Und Christoph Betz erläutert, dass viele Hilfsanfragen über das Jugendamt, die Schulsozialarbeit, den Kindergarten oder auch von den Betroffenen selbst kämen.
Erst dann werde vom Familienpatenmodell ein Angebot gemacht. Jeder Freiwillige erhält eine Grundausbildung an sechs Abenden. Bis dahin kann sich jeder darüber klar werden, ob diese Tätigkeit für ihn das Richtige ist. Außer Fahrtkosten erhalten die Familienpaten kein Geld, können jedoch an Fortbildungen teilnehmen.
Ein Treffen für Interessierte findet am Dienstag, 7. Februar, ab 18.30 im Rathaus in Altusried statt.. Infos: (08373) 922507 oder (0177) 2038238.