
Ein Lächeln für den Fotografen ist da nicht drin, aber ein herziger Augenaufschlag. Laura ist das Kälbchen, das unsere Zeitung ab und an begleitet, um das Thema Landwirtschaft aufzugreifen. Wie leben Rinder und werden sie auch mal krank? Wo kommen die Kälbchen her, und wo gehen sie hin? Wie wird man Bauer, und warum mag der keinen Hundekot auf der Weide? Fragen gibt es viele.
Laura kam mit einem Gewicht von 40 bis 50 Kilo auf die Welt. Es war eine problemlose Geburt. Landwirt Hans Dauser dachte sich noch, dass die Kuh etwas unruhig ist. Dann ging er gegen 16 Uhr kurz in die Werkstatt – als er zurückkam, war das Kälbchen schon da, und die Mutter stand bereits wieder. „Das ist wie bei den Menschen“, sagt Dauser. Bei manchen geht’s schneller, bei manchen nicht. Kühe suchten sich für die Geburt in der Regel eine ruhige Ecke im Stall.
Die Tiere gut kennen
Da die Bauern ihre Tiere ja gut kennen, merken sie meist, wenn sich etwas tut. Oder wenn sich nichts tut, obwohl es höchste Zeit ist. Dann kontrollieren die Landwirte, ob das Kälbchen richtig liegt. Bei Kleinigkeiten beheben das die meisten Bauern selbst, andernfalls ist der Tierarzt gefragt.
So ein Kälbchen bekommt natürlich am Anfang auch nur Milch, und zwar auf alle Fälle acht Tage von der eigenen Mutter. Davon trinkt so ein kleines Kälbchen um die vier Liter am Tag. Wichtig ist dabei vor allem die Erstmilch. Die Mutter schafft da einen besonderen Mix aus Proteinen, Enzymen, Vitaminen, Mineralien, Aminosäuren und Antikörpern. Der soll das Jungtier stärken und die Immunabwehr stützen. Nach gut einer Woche kommt zum Milchgenuss auch Heu dazu.
Freilich gibt es bei Kälbchen auch Unterschiede: Die einen – wie Laura – sollen selbst Mutter und Milchkuh werden und sich ans Heu als Futter gewöhnen. Sie bekommen zehn bis zwölf Wochen lang Milch: nach der Anfangszeit aber nicht mehr von der eigenen Mutter, sondern aus dem großen Topf. Die anderen – die Mastkälber – bekommen längere Zeit sättigende Milch, haben dann aber auch einen anderen Weg vor sich.
Das ist Laura, ein Kälbchen, dessen Entwicklung wir die nächste Zeit begleiten wollen. Fotos: Ulrich Weigel