Viele interessierte Landwirte waren zu dieser Sitzung gekommen, die nach langer Diskussion zu folgendem Mehrheitsbeschluss führte: Alle Stromkunden (auch Landwirte) zahlen eine Konzessionsabgabe von 1,32 Cent pro Kilowattstunde (KW/h) verbrauchtem Strom. Dies bringt dem Markt Mehreinnahmen von circa 35000 Euro pro Jahr. Zum Ausgleich für die Mehrbelastung der Landwirtschaft erhält der Bauer für jeden Masten auf den von ihm bewirtschafteten Flächen eine Entschädigung durch die Gemeinde. In welcher Höhe entscheidet der Gemeinderat in einer seiner nächsten Sitzungen.
Bürgermeister Hans-Peter Koch hatte sich zu Beginn der Sitzung einen guten Abschluss des Themas gewünscht. Koch plädierte an diesem Abend von Anfang an für eine Entschädigung pro Masten. Zunächst stand aber eine Absenkung der Konzessionsabgabe auf 0,21 Cent und die vorübergehende Rückstufung des Hebesatzes auf 300 Prozentpunkte im Raum.
Die Pro-Mast Befürworter um Rathauschef Koch stellten unisono fest, dass die Abwicklung zwar nicht einfach sei, dafür aber die gerechteste Lösung. Nur der aktive Landwirt, der Erschwernisse durch die Masten beim Mähen in Kauf nehmen muss, wird nun also entschädigt. Eventueller Ärger mit Handwerkern, die ebenfalls viel Energie verbrauchen und nicht in den Genuss der Vergünstigung auf 0,21 Cent kommen, werde so vermieden. Auch könne der Stromverbrauch für die Landwirtschaft nicht vom privaten Strom im bäuerlichen Haushalt getrennt abgerechnet werden.
Die Befürworter der Absenkung auf 0,21 Cent hatten vor allem die einfache Handhabung in der Abrechnung zu Felde geführt.
Hohe Investitionen
Über fünf Millionen Euro wird der Markt Dietmannsried voraussichtlich im laufenden Kalenderjahr investieren. Das erklärten Kämmerer Christian Götsch sowie Thomas Berner (Bauamt) bei der Vorberatung des Vermögenshaushaltes.
Eine Kreditaufnahme in Höhe von 528000 Euro sei eingeplant. Größere Investitionen von rund 1,4 Millionen Euro sind laut Götsch vor allem im Tiefbau vorgesehen. Für den Bereich Wasserversorgung mit Kanalbau und Sanierungsmaßnahmen ist sogar eine Investition von über zwei Millionen Euro geplant.
Weitere große Ausgabeposten sind:
l Umbau der alten Schule Schrattenbach zum Vereinsheim (105000 Euro),
l Fenstersanierung im Kindergarten St. Blasius in Dietmannsried (11000 Euro),
l Baumaßnahmen in der Seniorenwohnanlage (100000 Euro).
Die Investitionen sollen über eine Zuführung vom Verwaltungshaushalt mit 770000 Euro, Entnahme aus Rücklagen mit rund 1,6 Millionen Euro sowie durch Grundstücksverkäufe und Beiträge finanziert werden. Rathauschef Koch: «Wir haben uns für 2011 viel vorgenommen, ob wir das alles bewältigen können, ist fraglich.»