Bis jetzt seien die Arbeiten für den Schauraum an der Erasmuskapelle «gut vorangekommen», erläuterten Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann und Tragwerksplaner Gerhard Pahl im Bauausschuss: Die Mauerreste der mittelalterlichen Kapelle wurden mit Betonfundamenten unterfangen, Kronen, Putz und Fugen wurden konserviert.
Als Nächstes beginnen die Arbeiten für die Stützen, die die Stahlbetonplatte tragen sollen. Laut Diplom-Ingenieur Pahl hat die 32 Zentimeter starke Betonplatte mit 12,5 Metern eine ziemliche Spannweite. Getragen wird sie von Bohrpfählen und in Teilen von Stahlbetonwänden, die rund um die historischen Kapellenmauern gesetzt werden. Zwischen den Pfählen wird eine Spritzbetonschale eingebaut, um das Erdreich abzuhalten.
Durch das enorme Gewicht der Bohrmaschinen und die Bohrungen selbst könnten die Mauern aus dem Mittelalter Schaden nehmen. Um sie sicher abzustützen, wird die gesamte Ausgrabung mit Sand ausgefüllt. Anschließend wird der Sand wieder abgesaugt. Die Kosten für Einsanden und Absaugen belaufen sich auf rund 25000 Euro. Andere statische Verfahren, so Pahl, wären wesentlich teurer und nicht so sicher.
Flacher als ursprünglich geplant soll die Treppe vom Platz in den Schauraum ausfallen, erklärte Wiedemann. Dadurch könne das Bauwerk oberirdisch niedriger (3,50 Meter) ausfallen. Da es auf einer Seite völlig verglast sei, soll es Einblick in den Schauraum gewähren.
Einer größeren Glasfläche in der Decke direkt über dem Schauraum erteilte Wiedemann dagegen eine Absage. Nach Ansicht der Experten würde die direkte Sonneneinstrahlung zu starkem Algenwachstum führen und das Glas durch den Kies auf dem Platz zerkratzt. Um der Feuchtigkeit im Schauraum Herr zu werden, sei ein gut funktionierendes Be- und Entlüftungssystem sowie eine Entwässerung notwendig.