Angela Märkli hat den generationsübergreifenden Chor im Rahmen der Kampagne des Sozialministeriums „Ganz jung. Ganz alt. Ganz ohr.“ initiiert. Die examinierte Altenpflegerin aus Waltenhofen bildet sich weiter zur gerontopsychiatrischen Fachkraft.
Das Chorprojekt ist Teil ihrer Abschlussarbeit. „Aber ich möchte, wenn möglich, das gemeinsame Singen von Kindern mit alten Menschen fortführen,“ sagt die 51-Jährige, „denn Singen belebt und aktiviert,“ ist die sechsfache Mutter überzeugt. Selbst singt sie so oft es geht – zu Hause mit ihrer Familie, als Leiterin des Frauenchores Memhölz oder auch an ihrem Arbeitsplatz. „Wenn ich Gitarre spiele und dazu singe, bin ich nicht lang alleine,“ schmunzelt Märkli.
Die Bewohner des Seniorenzentrums in Durach würden sich dann gerne zu ihr gesellen. „Manche singen mit, andere horchen zu, ich habe aber immer das Gefühl, dass sich die Bewohner darüber freuen.“
„Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann, ...“ Inge Böck (93) strahlt, wenn sie den Refrain des Liedes aus den 60er Jahren singt. „Ja, am liebsten mag ich Liebeslieder,“ verrät die alte Dame nach der Gesangsstunde. „Singen tut so gut.“ Auch Senioren mit leichter Demenz können beim Chor mitmachen. Märkli: „Die alten Lieder sind in der Erinnerung abgespeichert. Neues ist nicht mehr erlernbar, das geht nicht.“
Die 37 Kinder der 3. und 4. Klasse haben mit diesem neuen, alten Liedgut allerdings kein Problem. Sie haken sich unter und singen schunkelnd „Da sprach der alte Häuptling der Indianer, wild ist der Westen, schwer ist der Beruf - hugh!“
Gut seien sie, diese „uralten Lieder“. Manche, so meinen die Schüler Merlin, Oliver und Leon, „müsste man allerdings aufpeppen“. „Das Alte Haus von Rocky Docky“ sollte ihrer Meinung nach viel schneller gesungen werden. Dem können sich die Schulkolleginnen Sarah, Annika und Natalie nicht anschließen. Sie finden dieses und alle anderen für sie neuen Lieder „wirklich schön“.
Erinnerungen an früher
Pauline Wild mag Conny Froboess „Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein“, am allerliebsten. „Da erinnere ich mich immer an früher, wie wir zum Baden von Kempten aus an den Öschlesee geradelt sind.“ Mit Kindern singen „ist eine großartige Idee“, urteilt die 90-Jährige.
Pauline Wild, Inge Böck sowie viele der anderen singenden Senioren winken zum Abschlusslied gemeinsam den Musikanten zu: „Auf Wiedersehn, auf Wiedersehn, bleib nicht so lange fort..“
Gemeinschaftskonzert „Backfisch trifft Teenager-Spätlese“ am Dienstag, 14. Februar, 15.45 Uhr im Seniorenzentrum Durach und am Mittwoch, 15. Februar, 10.30 Uhr, in der Mehrzweckhalle der Schule Durach.