«Wir geben unser gutes Geld für reines Trinkwasser aus und nicht für diese Brühe,» hatte ein Besucher geschimpft. Die Waschmaschine verschmutze, Kaffee könne man nur noch mit Mineralwasser kochen und was tut die Gemeinde? Sie erhöht den Wasserpreis, dies ist «der Gipfel», meinte der verärgerte Bürger.
Wasserpreis erhöht
Zwei Dinge seien zusammengekommen, «die ja so gar nicht gehen, nämlich zumindest optisch schlechtes Wasser und die gleichzeitige Erhöhung des Wasserpreises», bekannte der Gemeindechef. «Aber wir konnten im Dezember, da fasste der Gemeinderat den Beschluss zur Erhöhung des Preises, nicht ahnen, welche Auswirkungen das Wasser der neu gebohrten Brunnen in den Hausinstallationen verursacht.» Hausanschlüsse mit Kunststoff- oder Kupferleitungen seien davon nicht betroffen.
Der Gemeindechef wies daraufhin, dass durch die Bohrung des neuen Brunnens seit elf Jahren erstmals wieder unbehandeltes Wasser geliefert werde. Auch in Kempten habe es bei der Umstellung auf Fernwasser für kurze Zeit in manchen Häusern Probleme gegeben, bat Zengerle um Geduld.
Weitere Kritikpunkte der Bürger waren: Die geplante Kinderkrippe passe mit ihren flachen Dächern und eingeschossiger Bauweise nicht in die umgebende Bebauung. Andere monierten, dass die Straße nach Frohnschwenden in einem beklagenswerten Zustand sei. Die Planung für eine Sanierung laufe, verzögere sich aber durch weitere Vorgaben der zuständigen Behörden, erklärte Zengerle.
Unter dem Motto «Halbzeit der Wahlperiode» legte Zengerle seinen Rechenschaftsbericht von 2008 bis 2011 vor. Einige der größeren Projekte, die Zengerle auflistete sind Dorfsaal, Kulturcafe, Tiefgarage und Bau von zwei neuen Trinkwasserbrunnen. Ein weiterer Ausbau des Nahwärmenetzes und der Neubau der Kreisstraße von Meggenried bis zur Landkreisgrenze seien derzeit in der Planung. Selbstzufrieden stellte Zengerle fest, dass die Gemeinde seit 40 Jahren die landkreisweit niedrigsten, Steuerhebesätze anwendet und sie werden auch dieses Jahr nicht erhöht, betonte Zengerle. «Ankreiden» lassen muss ich mir leider, dass es nicht gelungen ist, steuerlich leistungsstarke Gewerbebetriebe in Wildpoldsried anzusiedeln.