Der 62-jährige ist stolz auf diesen Stammbaum, ist er doch die siebte Generation, die den Betrieb führt. «Oh Land meiner Väter, wie lieblich bist du», steht auf der Ahnentafel geschrieben. Dabei ist Magnus Merk selbst kein Freund hochtrabender Worte. Dennoch weiß er in seiner zurückhaltenden Art zu vermitteln, wie sehr er an Haus, Hof und Familie hängt.
Und dass es ihm leid tut, wenn mit ihm die Merk-Tradition zu Ende geht. Denn «leider», so sagt er, fand er keine Frau - ein Schicksal, das er mit vielen Landwirten teilt. Jetzt wird es wohl der Enkel eines Onkels von Magnus Merk, der in zwei Jahren die Landwirtschaft pachten soll.
Denn auch wenn Magnus Merk seit dem Tod seiner Mutter vor 14 Jahren allein auf dem Hof lebt, was ihm «die ersten zwei Winter» arg hart ankam: die Zahl der Verwandten, die zur Familie gehören, ist groß und den Umgang mit ihnen pflegt der 62-Jährige gern.
Schließlich ist das mit dem Alleinleben so eine Sache: Einerseits gibts Einsamkeit und einen langen, harten Arbeitstag für einen Mann allein, andererseits «redet mir niemand drein», schmunzelt Markus Merk. Wenn dann einmal in der Woche seine Schwester beim Putzen hilft, kann er nur lächelnd den Kopf darüber schütteln, dass sie «schwätzt wie ein eingeschaltetes Tonband».
Die Arbeit freilich wird ihm langsam zu viel. Sein Tag beginnt um fünf Uhr morgens und ist bis 21.30 Uhr angefüllt mit Arbeit. 20 Kühe und zwölf Stück Jungvieh müssen morgens versorgt werden - früher, als das Milchauto schon kurz nach sechs kam, ein arger Stress, heute kommt es erst um 7.30 Uhr, das machts leichter. Danach gehts aufs Feld, 13 Hektar bewirtschaftet Magnus Merk. Ob er nun Heu reinholt, mäht oder «Grottestengel» bekämpft - bis abends das Vieh wieder versorgt werden muss, ist der Tag prall gefüllt. Zumal der Bauer auch selbst kocht.
40 Jahre gearbeitet
40 Jahre wollte er Landwirt sein - das hat er nun geschafft. In zwei Jahren will er in Rente gehen, zumal er sich nach einer Hüftoperation auch körperlich nicht mehr so fit fühlt wie früher.
Dann zieht Magnus Merk in sein Austragshaus in Reicholzried und freut sich darauf, dass auf dem Merk-Bauernhof wieder eine Familie leben wird. Auch wenn die dann nicht mehr Merk heißt. (ell)