Ein Feld, das bei vielen wegen schlechter Bezahlung einen schlechten Ruf genießt.
Doch was spricht für eine Ausbildung zur Pflegefachkraft und welche Voraussetzungen werden gefordert? „Der Brutto-Lohn liegt über dem des Bankangestellten“, erklärt Managerin Spöcker den Schülern.
Außerdem werde in unterschiedlichen Schichten gearbeitet, sodass man auch unter der Woche Freizeit habe. „Natürlich bringt der Beruf auch seine Herausforderungen mit sich. „Man muss sowohl psychisch als auch körperlich belastbar sein und Menschlichkeit gegenüber den Senioren zeigen“, meint Spöcker. „Und natürlich wird von Pflegefachkräften erwartet, Teamgeist mitzubringen.“
Simulation des Alterns
Nach einem kleinen Vortrag ging es in die Praxis. Die Realschüler erfuhren im Selbstversuch, wie es sich anfühlt, wenn man alt ist. Die Ausrüstung dafür: eine etwa fünf Kilo schwere Weste, zwei Ohrstöpsel, um die Schwerhörigkeit zu simulieren, Ohrenschutz, eine Skibrille mit getöntem Plexiglas, Halskrause und Gummis zur Simulierung von Arthrose.
Philipp (14) macht den Selbstversuch und muss mit allen Hindernissen aus einem Teller Nudeln schöpfen. „Das fühlt sich irgendwie merkwürdig an“, meint der Schüler. Ein weiteres Hindernis für ihn: An den Händen hat er spezielle Handschuhe, die ein Zittern simulieren.
Dann werden die Jugendlichen durch das Seniorenzentrum geführt. „100 Bewohner wohnen hier und etwa 100 Mitarbeiter sind für die Pflege der Menschen zuständig“, sagt Monika Matje vom Marienheim. Nicht nur stationäres Wohnen, sondern auch Kurzzeitpflege und betreutes Wohnen wird angeboten. „Zwei Drittel der Senioren hier sind dement. Ihr Kurzzeitgedächtnis lässt nach.“ Die Menschen mit Alzheimer, erzählt sie den Schülern, würden einen geregelten Tagesablauf benötigen.
Nach zwei Stunden haben die Achtklässler einen Einblick vom Beruf der Pflegefachkraft bekommen.
Aber können sie sich auch vorstellen, später darin einmal eine Ausbildung anzufangen? „Wenn ich mit der Schule fertig bin und nicht weiß, was ich machen soll, dann wäre der Beruf vielleicht ganz interessant“, findet beispielsweise Fabian (14). Anna, seine Klassenkameradin, ist am Ende anderer Meinung: „Für mich wäre die Arbeit im Pflegebereich nichts, viel zu anstrengend.“