«Janzen & Janzen, Montréal digital - Stoffe und Stiche» nennen Waltraud und Gerd Janzen ihre Ausstellung. Und es sind nicht nur die fotografierten Ansichten einer Großstadt, die den Blick magisch anziehen. Speziell für diese Schau hat Waltraud Janzen auch Materialien aus dem fotografischen Werkbestand ihres Mannes für textile Kunstwerke recycelt.
Ungewöhnliche und filigrane Kleider aus Filmrollen, Negativen, oder aus zusammengenähten Abzügen laden direkt zur Anprobe ein. Als Werkzeug dient Waltraud Janzen die Nähmaschine, als Material Fotos, Stoffe, Fäden, Knöpfe, Papiere, Watte, und sogar alte Pillenschachteln. Ihr Ideenreichtum scheint grenzenlos.
Locker füllt sie den Saal mit ihren extravaganten Kleider- und anderen Kreationen: Nägelbesetzte Betttücher, gestickte Porträts, zauberhafte Wandmalereien aus Stoff und eine Anzahl witziger Installationen aus alten Küchengeräten mit Ingredienzien aus Watte, Wolle und Stoff.
Experimente
Außerdem sind eine Reihe von Neuerfindungen zu sehen, wie zum Beispiel eine Klöppelmaschine aus Stäben, Aluminiumbändern und Isolatoren. Immer mit einer Prise Humor und kleinen Sprüchen versehen, bildet das Werk von Waltraud Janzen einen augenzwinkernden Gegensatz zu den Fotografien ihres Mannes.
Seit vielen Jahren experimentiert Gerd Janzen mit der Kamera, begibt sich auf Streifzüge und sammelt seine Ergebnisse. Was er für die aktuelle Präsentation zusammengestellt hat, rührt vor allem aus einem längeren Aufenthalt in Kanada her. Mit seinem Fotoapparat, einem scharfen Blick hinter die Kulissen und einem Gefühl für besondere Winkel und Ecken hat er nicht nur architektonische Szenen aus Montréal eingefangen. Vor allem die vielfarbig beleuchteten Fassaden, die Räume hinter den Kulissen und die verspiegelten Flächen haben es ihm angetan.
Gerd Janzen zeichnet sich als akribischer Aufbewahrer aus, der nun einen Teil seiner Arbeiten vorlegt. Etwa seine Komposition «Mit Füßen getreten ...», die Kanaldeckel aus Freiburg, Kempten, Berlin, Zürich, Prag, Montréal und vielen weiteren Städten zeigt.
Die Ausstellung ist bis 7. Juni im Hofgartensaal der Residenz in Kempten zu sehen; geöffnet Dienstag bis Freitag 14 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr..