Kurz vor Weihnachten hatte das Gänse-Drama an der Iller wie mehrfach berichtet seinen Lauf genommen. Eine Anliegerin des Winterquartiers der Vögel an der Iller bei Graben hatte Schüsse gehört, zwei der zahmen Graugänse waren verschwunden. An Silvester dann beobachteten Zeugen auf der Iller ein Boot mit zwei Männern, die Gewehre bei sich hatten. Hubschrauber, Streifen und einen Diensthund setzte die Polizei ein - ohne Ergebnis. Neue Entwicklungen gab es schließlich im Januar: Aufgrund mehrerer Zeugenaussagen erstattete Gänsemutter Angelika Hofer aus Füssen Anzeige gegen Unbekannt. Die Zeugen gaben an, den zuständigen Revierinhaber bei der Wasservogeljagd beobachtet zu haben.
Und tatsächlich: «Dank der Hinweise der Zeugen sind wir auf den 53-jährigen Kemptener gestoßen, der in Sulzberg eine Jagdpacht besitzt», erläutert Polizist Schader. Der Jäger habe auch zugegeben, sich mit einem befreundeten 69-jährigen Jäger aus Nesselwang auf Gänsejagd begeben zu haben. Das Problem: «Die Jäger haben die Grenze des Reviers des 53-Jährigen übertreten, hätten also in dem Gebiet gar nicht jagen dürfen», sagt Schader. Denn grundsätzlich, betont er, sei die Jagd auf Graugänse erlaubt - eben nur nicht außerhalb des eigenen Reviers. Und brauchbare Hunde, so der Polizist, hätten die Männer ebenfalls nicht dabei gehabt. Wer nämlich auf Wasservogeljagd geht, so Schader, müsse einen solchen Hund dabeihaben.
Tiere bleiben verschwunden
Die Konsequenz für die Jäger: Beide bekommen eine Anzeige wegen Jagdwilderei, weil sie fremdes Jagdrecht verletzt hätten. Zudem werde die für sie jeweils zuständige Untere Jagdbehörde verständigt.
Wohl nie geklärt wird indessen, was mit den beiden Graugänsen tatsächlich passiert ist. «Die Jäger haben angegeben, nicht getroffen zu haben», sagt der Polizist. Und so bleiben die Tiere verschwunden.