Tonnenweise Medikamente aus Deutschland nahmen die Johanniter am Sonntag am Flughafen in Rangun in Empfang und auch auf den Märkten vor Ort kauften sie Arzneimittel ein. Verteilt werden die Medikamente, erklärte Spöttl gestern am Telefon, von lokalen Partnern. Bis auf Samstag, als die Johanniter sich selbst im Irrawaddy-Delta ein Bild machen konnten. „Natürlich sind das furchtbare Bilder“, schildert die 28-Jährige: Die Menschen versammeln sich in langen Schlangen an den Straßen, um die Helfer um Essbares anzubetteln.
„Was fehlt“, hat die Johanniterin festgestellt, „ist Unterstützung vom Staat.“ Die Einheimischen seien selbst sehr aktiv und hätten bereits begonnen, ihre vom Zyklon zerstörten Bambushütten wieder aufzubauen. Doch das allein reicht nicht aus. „Das Vieh ist tot, die Traktoren sind zerstört und die Menschen so nicht in der Lage, ihre Lebensmittel wieder selbst anzubauen“, hat die 28-Jährige beobachtet, die den Mut der Birmanesen bewundert: „Sie kämpfen einfach weiter.“ Eine große Hilfe sei ihnen - die meisten sind Buddhisten - der Glaube.
„Das tun, was mir möglich ist“
Mit den Einheimischen - auch den Militärs - hat die Johanniterin aus Kempten bisher nur positive Erfahrungen gemacht. „Die Menschen sind sehr freundlich und dankbar und hoffen, dass wir wiederkommen, damit wir ihnen weiter helfen.“ Das wünscht sich auch Sarah Spöttl. Die 28-Jährige würde gerne weiter in die betroffenen Gebiete vordringen, mehr Menschen kennenlernen und einfach „das tun, was mir möglich ist“. Derzeit bestehe diese Arbeit vor allem daraus, Kontakte zu anderen Helfern vor Ort zu knüpfen und die Hilfseinsätze gemeinsam mit den anderen Organisationen zu koordinieren.
Am kommenden Freitag geht es für Sarah Spöttl nach gut zwei Wochen wieder zurück nach Kempten. Dann wird ein anderes Team der Johanniter nach Birma fliegen - mit Medikamenten und einer Portion Hoffnung im Gepäck.